Ostern – und das war leider scheisse

Ostern war herrlich und einfach prima. Die Sonne schien aus allen Löchern und ich habe es mir bei meinen Großeltern auf dem Land gut gehen lassen. Fast den ganzen Tag habe ich draußen in der Sonne verbracht, mit diversen Tierchen gespielt, mich interessant unterhalten und mehrere Blütenoasen bewundert.

Doch dann war da noch die Sache mit dem Essen – und die ging trotz guter gut gemeinter Vorbereitung gründlich in die Hose. Am Samstag war ich noch einkaufen und habe mir im vollen Supermarkt wirkliche eine eiserne Schlacht geliefert. Für knapp 30 Euro habe ich jede Menge Gemüse, Obst, Cashews, Grillspieße, Tofu und Co. gekauft. Ich wollte mir zum Kaffee einen leckeren Rohkostkuchen machen. Das Rezept dazu habe ich hier gefunden. Klingt gar nicht mal so kompliziert; wenige Zutaten, kein Backen, das kann doch nur super werden.

Das Problem, was sich dann ergeben hat: Leider ist der Pürierstab meiner Mutter schon über 20 Jahre alt (nein, das ist kein Scherz) und es einfach nicht geschafft, die Nüsse zu pürieren – und das obwohl ich sie vorher eingeweicht hab. Sie blieben einfach überall kleben und haben das Püriermesser dann zum Stillstand gebracht. In meiner Not habe ich dann etwas Wasser dazu gegeben. Leider wurde das alles viel mehr ein Brei, statt eine klebrige Masse, die im Kühlschrank als Boden aushärten kann. Dazu kommt, dass ich nebenbei einfach zu viel genascht habe – Datteln, Cashews pur, Cashews eingeweicht, die Cashew-Masse mit Datteln und jeder Menge Agavendicksaft … bis mir am Ende kotzübel war und ich das ganze Zeug nicht mehr sehen konnte. Wie befürchtet ist es nicht hart geworden. Es blieb ein übermäßig süßer und verdammt fettiger Brei, bei dessen Anblick ich jedes Mal grün angelaufen bin. Ich habe den Kuchen den Matsch dann den nächsten Tag auch nicht mit zu meinen Großeltern genommen.

Zum Mittag, als alle anderen Schmorbraten und diverse tierische Leckereien hatten, hielt ich mich an Buchweizenbrot mit Bärlauch-Aufstrich. Aber dann habe ich mich beim Kaffee nicht mehr zusammenreißen können und habe dort wirklich alles Mögliche gegessen – Torte, Blechkuchen, ein Muffin, Osterkekse…!
Anschließend wurden noch einige meiner geschenkten Ostersüßigkeiten vernichtet. Abends haben wir gegrillt. Ich habe marinierte Gemüse-Tofu-Spieße und eine gefüllte Tofu-Tomatenmark-Paprika vorbereitet. Hat mir soweit auch gemundet, obwohl es in Alufolie eingewickelt nicht richtig gar wurde. Weil mir der Zahn geleckt hat, musste ich dann aber auch noch etwas vom Nudelsalat mit Pesto, Pinienkernen und getrockneten Tomaten essen. Anschließend gab es ein alkoholfreies Bier. Dann kam das Schlimmste: Ich habe noch 1½ Alster getrunken – und das, obwohl ich wegen meinen Leberbeschwerden das komplette Jahr abstinent bleiben wollte. Gut, so dramatisch war es nicht, aber irgendwie bin ich da total enttäuscht von mir. Ein Jahr ohne Alkohol, das kann doch nicht zu viel verlangt sein?!

Leider habe ich meine Disziplin seither noch nicht zurückgewinnen können. Gestern hab ich einen schönen Ausflug mit meiner Mutter und meiner Schwester gemacht. Mittags gab es einen Veggieburger und Kartoffelspalten, später zwei Kaffees und Eis. Abends hab ich mich dann an Brötchen und Marmelade satt gegessen – von wegen glutenfreier Versuch! Auch Ostersüßigkeiten wanderten unentwegt in meinen Mund.
Heute gab es zu viel Kaffee, Hefeklöße mit gezuckerten Blaubeeren zum Mittag, Roggenbrötchen am Abend und Schokolade. Es ist einfach zu viel, fast wie vorher und GEHT EINFACH NICHT. Lediglich das Obst zum Frühstück fällt mir noch leicht. Und meine linksseitigen Bauchschmerzen, die Verdauungsbeschwerden und die leichte Übelkeit/Trägheit sind auch schon wieder spürbar.

Morgen muss sich das wieder ändern, unbedingt. Ich möchte mir meine schöne Abnahme nicht schon wieder kaputt machen. Und ich habe keine Lust mehr drauf, dass ich mir ständig das Genick brechen lasse, nur wenn ich mal einen Tag etwas aus der Spur gerate.

Nicht, weil ich so oft gesündigt habe, bin ich so dick geworden, sondern, weil ich nach dem Sündigen immer gedacht habe, nun wäre alles vorbei – und dann aus lauter Frust gefressen habe. Den Tag, an dem gesündigt wurde, ist das meist aus Genussgründen passiert. Die Tage danach bestanden dann aus purer Verzweiflung. Ich habe sinnlos so viel in mich reingestopft, weil ich ein „Jetzt-ist-eh-alles-egal“-Gefühl hatte.
Genau an dem Punkt bin ich jetzt wieder. Aber diesmal nicht, diesmal läuft es anders!

Ich muss einfach nur die Kraft aufbringen, immer wieder aufzustehen und zwei Schritt vorwärts zu machen, wenn ich einen zurück geworfen wurde.
Warum ist das so schwer? Und warum kann man seinen Kopf nicht einfach umprogrammieren?

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8 Gedanken zu “Ostern – und das war leider scheisse

  1. Stell Dich heute einfach noch nicht auf die Waage. Wenn Du innerhalb einer Woche so viel abnehmen kannst wie letzte Woche, obwohl auch da nicht alles nach Plan lief, läuft Dein Stoffwechsel doch noch. Also vertrau darauf, dass Du, wenn Du heute und morgen gut isst, Freitag auf der Waage zufrieden sein wirst.

  2. So Phasen hat man doch mal, ich denke das ist okay. Wichtig ist nur, dass man sich von einem Hänger nicht total herunterreißen lässt. Und wenn ich so sehe, was du sonst isst, dann mache ich mir wenig Sorgen 🙂
    Ich drücke dir jedenfalls ganz optimistisch die Daumen!

  3. Nicht morgen, jetzt! Sündigen kann immer passieren, nur aufhören muss man können und das kannst du. Nicht erst morgen sondern jetzt sofort. Mach einfach weiter. Nimm dir nicht so viel vor und sei nicht enttäuscht von dir.
    Sei stolz auf dich, dass du nicht aufgibst.
    Ich weiß, wie süchtig essen machen kann und wie schwer das ist, aber wenn ich es geschafft habe, dann schaffst du das auch.
    Mach dir einen grünen Smoothie und das ist der Weg zurück!
    Wenn du Bock auf Eis hast, dann kann ich dir gefrorene,geschnittene Bananen empfehlen mit Himbeeren oder sonstigem leckerem Obst. Mein Mixer kriegt das auch nicht perfekt smooth, aber es ist ein super Eisersatz!

    Und schaff dir Unterstützung. Lass nicht zu, dass deine Eltern oder Großeltern oder Freunde alles essen lassen. Sag du bist krank und darfst das nicht mehr und sie sollen dir helfen!

    Ich drück dich und ich bin stolz auf dich, also sei du es auch!

  4. „Den Tag, an dem gesündigt wurde, ist das meist aus Genussgründen passiert. Die Tage danach bestanden dann aus purer Verzweiflung. Ich habe sinnlos so viel in mich reingestopft, weil ich ein “Jetzt-ist-eh-alles-egal”-Gefühl hatte.“

    Das kommt mir so bekannt vor…

    Ich freu mich total deine Blog gefunden zu haben und werde ihn jetzt von hinten nach vorne komplett lesen 🙂
    Ich stelle meine Ernährung auch um und muss weiter abnehmen…

    Liebe Grüße und Frohe Os… äh Weihnachten 😉
    Sarah.

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