Woche 3 – und andere Katastrophen

Sekt/Champaign © by Stephan A./Flickr (Bild anklicken)

Die Esspläne der dritten Woche werde ich dieses Mal nicht auflisten. Das ist die Mühe nicht wert. Es lief zwar alles recht gut, aber leider nur bis Freitagabend. Da gab es eine Party in einem edlen Hotel, die feucht-fröhlicher lief, als ich es mir vorgestellt habe.

Das Essen funktionierte noch prima. Ich habe zwar ordentlich zugeschlagen und mir bei dem Dessert und dem Flammkuchen Ausnahmen erlaubt, habe dafür aber auch viel Salat und eine Zucchini-Tomaten-Pfanne gegessen. Außerdem habe ich mich an Wasser gehalten.

Dann habe ich aber den Fehler gemacht, und mir etwas von der so gut aussehenden Erdbeerbowle geholt. Dass die nicht nur aus Sekt bestand, sondern die Erdbeeren auch schön mit Wodka durchzogen waren, habe ich erst später erfahren.

Ja, und da ich seit Anfang dieses Jahres keinen Alkohol mehr trinke (es gab nur eine einzige Bier-Ausnahme), stieg mir das Glas sofort zu Kopf und ich wurde zu einer anderen Person. Plötzlich fand ich alles witzig, hab einen Sabbeltrieb entwickelt, bin auf die Leute zugegangen, hab mich gut unterhalten, die Musik genossen – und mir immer wieder neue Gläser mitbringen lassen. Dazu gab es auch noch reichlich Sekt.
Mein Gott, ich war so mit durch, ich kann euch gar nicht sagen, wie schlimm es war. In dem Augenblick fand ich mich natürlich lustig und hab mich so frei gefühlt, aber jetzt im Nachhinein kann ich nur noch peinlich berührt den Kopf schütteln.

Eine Ausnahme bringt alles ins Rollen

Den nächsten Tag gab es dann den totalen Hangover. So schlecht ist es mir schon lange nicht mehr gegangen. Besser wurde es erst, als etwas nach draußen gekommen bin. Doofer Weise war das dann ein Nachmittagsausflug mit meinen Eltern in unser Stammrestaurant. Bei herrlichstem Sonnenschein haben wir auf der Terrasse gesessen und den Moment genossen. Dazu gab es ein Eis. Ja, auch für mich. Ich hatte so ein Scheißegal-Gefühl, und wusste, dass ich meinem flauen Magen den Tag gar nicht erst mit irgendeiner Rohkost anzukommen brauchte.

Diese Entscheidung zog dann weitere schlechte Entscheidungen nach sich, und bis heute wurde es von Tag zu Tag schlimmer. Den einen Tag waren es nur Brötchen am Abend. Den nächsten Tag habe ich Pflaumenkuchen gegessen. Gestern gab es die Zucchini-Champignon-Pfanne mit Philadelphia, und etwas Schokolade. Heute folgte dann der Totalausfall.
Richtig schön ungesund, maßlos und nicht wirklich vegan.

Keine Sorge, ich versinke nicht wieder im Sumpf. Ich bin jetzt wieder zuhause; habe mir schon etwas Obst für morgen besorgt, und es geht total eisern weiter. Ich habe auch nicht wirklich das Gefühl, komplett versagt zu haben. Nein, ich bin nur einmal kurz gefallen. Das ist schon ein Unterschied zu früher. Meine Gesamtabnahme wird es wohl auch nicht so extrem beeinflussen, obwohl ich – das kündige ich schon mal an – diesen Freitag nicht auf die Waage steigen werde. So eine trotzige Verweigerung wird die Ausnahme bleiben, aber ich möchte in dieser Situation einfach keine hässliche Zahl sehen. Das könnte mir eventuell das Genick brechen.

Wie ich mich fühle? Fragt besser nicht!

Oh, und wenn ihr wüsstet, wie ich mich fühle. Nicht wegen des schlechten Gewissens, wie sonst immer; es ist rein körperlich. Ich bin müde, matt, antriebslos, fühle mich schwer und gebläht. Mir ist schwindelig, mein Magen tut wieder weh, ich habe zu nix Lust, ständig Durst und meine Haut, die nach der Ernährungsumstellung so schön weich war, ist wieder unreiner und fängt auch schon wieder an, rau zu werden.
Habe ich mich vorher immer so gefühlt, und es schon gar nicht mehr wahr genommen, weil es für mich der Normalzustand war, oder empfinde ich das jetzt extremer?
Schwer zu sagen. Auf jeden Fall ging es mir mit all meinem Obst SOOO viel besser! Die ersten Veränderungen sind zwar nur schleichend dahergekommen; jetzt merke ich aber umso mehr, wie groß der Unterschied war.

Also, macht euch keine Sorgen um mich. Ich bin ein Stehaufmännchen, und morgen geht es wie gewohnt weiter.

Grüße an alle!

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10 Gedanken zu “Woche 3 – und andere Katastrophen

  1. Hallo Nicole,

    ich denk, dass es dir nach so einem „normalen“ Essen unwohl geht, liegt daran, dass du zum einen nun auch genauer auf dich hörst und in dich spürst und daher die Signale deines Körpers besser wahrnimmst und zum anderen auch, da du dich schön öfter „überwunden“ hast einmal völlig „gesund“ zu essen und du daher natürlich auch direkte Vergleiche hast.

    Viele würden das wahrscheinlich schlimm finden und es als Verlust finden nicht mehr so „schlemmen“ zu können. Ich kann nur sagen, für mich war es genau dieses Bewusstwerden über die Auswirkungen auf meinen Körper, die mich „befreit“ haben. Ich empfinede es daher nicht als Verlust, sondern als Lebensqualitätsgewinn endlich in der Lage zu sein, die „Wahrheit“ zu sehen.

    „Rückschläge“ sind wohl normal, und an sich nur weitere Gelegenheiten sich bewusst in die Folgen des Über- bzw. Falsch-Essens hineinzufühlen.

    Du bist absolut auf dem richtigen Weg – meiner Meinung nach.
    Sorry für die vielen “ „, aber unsere Sprache ist so begrenzt.

    Liebe Grüße und ein gutes Aufraffen,
    Marion

  2. Genau, nicht ärgern…weitermachen!
    Die Waage ist zeigt eh nur eine blöde Zahl und die ist völlig unwichtig.

    Du schaffst das schon, was ist schon eine halbe Woche gegen den Rest des Jahres.
    Rückschritte gibt es immer, aber das heißt ja nicht, dass man nicht draus lernt und letztendlich dadurch nicht vielleicht sogar noch schneller voran kommt!

    Liebe Grüße
    Kris

  3. das problem war meiner meinung nach nicht das party-verhalten, sondern das hinterher… das mit der bowle hört sich eigentlich ganz lustig an, du hast vernünftig gegessen und zur feier des tages halt bisi getrunken. also solange bei facebook keine peinlichen fotos auftauchen kein beinbruch 😉
    draus lernen und beim nächsten mal bewusst genießen ohne schlechtes gewissen und dann wieder zu normalem essverhalten zurückkehren!

  4. Nunja, das Trinken auf der Feier war natürlich nicht der Grund, warum es die nächsten Tage schief lief. Aber es war der erste Auslöser. Den nächsten Morgen ging es mir schlecht: ich konnte nicht „normal“ essen, und ich bin dann irgendwie aus dem Konzept gekommen.
    Aber passiert ist passiert und jetzt auch egal.

    Ich betrachte es einfach mal als Stoffwechseltraining 🙂

  5. Danke, dass du uns das alles so offen erzählt hast! Ich glaube, wir hatten alle schon mal solche oder ähnliche Situationen …. das steckst du wieder weg. 😉 Und stimmt, man sieht dann mal so richtig, wie weit man schon gekommen ist. Ich frage mich dann immer, wie ich das früher eigentlich ausgehalten habe …

    Liebe Grüße!! 🙂

  6. >n dem Augenblick fand ich mich natürlich lustig und hab mich s

    LOL;)

    Aber da sieht man mal wieder, wie sehr der abnnehmwütige Mensch sich von einer „Fehlentscheidung“ leiten lässt. (auf eine Ausnahme folgen zig jetzt ist es eh schon egal Ausnahmen, anstelle die erste einfach stehen zu lassen)

    Aber vlcht. war es ja auch hilfreich für dich zu spüren, dass dir (und deinem Körper) die neue Ernährungsweise besser bekommt und es sich für dich lohnt!

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