Ein bisschen vegan?


Wer hier schon länger mitliest, der weiß, dass ich absolut hinter einer pflanzlichen Ernährung stehe. Ich bin, was meine ausführlichen Recherchen und derzeitigen Wissensstand, nicht nur der Meinung, dass es sich dabei um den besten Ernährungsansatz für unsere Gesundheit handelt, sondern bin mir auch all der sozio-ökologischen Vorteile bewusst.

Aber manchmal frage ich mich, was nun wichtiger ist: Das große Ganze oder Definitionen und Begrifflichkeiten?

Mausflaus hat vor 2-3 Wochen in einem Artikel geschrieben, dass sie als Veganerin prinzipiell kein Problem mit Honig hat. Sie sieht es nicht als Tierausbeutung. Da es sich dabei jedoch um ein tierisches Produkt handelt und man sich nicht als 100%igen Veganer bezeichnen könnte, verzichtet sie darauf.

Aber ganz ehrlich, geht es wirklich darum? Ist es wichtig, sich selbst in eine Schublade zu drücken, keine Ausnahmen zuzulassen und das dann stolz in Diskussionen zur Schau tragen zu können?
Ich finde das nicht schlimm, nicht dass da jetzt ein falscher Eindruck entsteht. Ich verstehe es nur nicht.

Vor einiger Zeit habe ich zum Thema dieses Zitat vom veganen Koch Tal Ronnen gefunden:

„So many people tell me, ‚I could be a vegan if it weren’t for bacon,‘ and I tell them, ‚Be a „vegan“ who eats bacon,'“ Ronnen says with a shrug as he sits in the sun-dappled dining room of his loft in downtown Los Angeles.

Wha? Isn’t that sacrilegious?

Ronnen sighs. „Real militant vegans hate when I say that. But if you are cutting back on the amount of meat that you eat, you’re still doing something great for your health, for the planet and for the animal.“

Quelle: LA Times

Und dem kann ich voll zustimmen.
Vegan zu sein ist doch keine Religion, kein Wettbewerb. Geht es nicht viel mehr darum, überhaupt etwas zu tun? Was ist so schlimm daran, Honig zu essen, wenn man weiß, dass dadurch niemand zu Schaden kommt? Oder wenn man selten mal eine Ausnahme macht, ob bei Salami, Hähnchen oder Fisch? Klar ernährt man sich dann nicht jederzeit zu 100% vegan und kann auch nicht vor anderen mit seiner Leistung „angeben“. Aber wenn man in einem Monat nur pflanzliche Kost zu sich nimmt – bis auf die Ausnahme eines Salamibrötchens beim Bäcker, dann tut man immer noch genug.

Wozu muss man Veganer sein? Warum muss ich mich als das bezeichnen, was auf meinem Teller liegt? Ich bezeichne andere Menschen ja auch nicht als die „Laktoseintolerante“, den „Gurkenverschmäher“ oder den „Nussallergiker“. Bringen uns diese Begrifflichkeiten in gesundheitlicher, humanistischer oder umwelttechnischer Weise auf irgendwie weiter?

Vielleicht sehe das nur ich so, weil ich selten auch mal nicht-vegane Ausnahmen mache (Kaffee), aber kann es nicht sogar sein, dass es das ist, wovon viele „Normalesser“ verschreckt werden? Und was im Internet anonyme Hater auf dem Plan ruft, welche oft den Eindruck haben, man wolle ihnen den Appetit verderben? Ich wette, nicht die Absolutheit und die Konsequenz, die viele Veganer an den Tag legen, sondern insbesondere das Kommunizieren nach außen – was ist nun richtig vegan und was nur wischi waschi vegan, und wo liegt die klare Grenze zwischen richtig und falsch, moralisch und gedankenlos – treibt mehr Menschen von dieser tollen Ernährungsform weg, als zu ihr hin.

Mir scheint, „ein bisschen vegan“ wird nicht akzeptiert. Ganz oder gar nicht. Die Guten oder die Bösen. Schwarz oder weiß. Mal wieder.
Findet ihr das nicht auch irgendwie traurig?

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19 Gedanken zu “Ein bisschen vegan?

  1. Wo kann ich unterschreiben?! 😉
    Ich finde, dass zickige Diskussionen darüber, ob man sich nun Veganer „nennen darf“, wenn das Vitamin in der Sojamagarine auf dem Brötchen tierischen Ursprungs hat oder nicht, bringen weder Mensch noch Tier nennenswert weiter, man verzettelt sich bloss in Nebensächlichkeiten.
    Ich für meinen Teil esse gewisse Dinge nicht weil ich es so will – und nun um mich Veganer nennen zu „dürfen“. Wie Du schon schreibst…ich brauche keine „Bezeichnung“ wegen der Dinge die ich mir unter der Nase reinschiebe…oder eben nicht reinschiebe.
    Und WENN…dann bin ich „Leckere-Sachen-Esser“.

  2. Dank dem Frollein, dass ich hierhin gefunden hab. Sehr schöner Artikel, dem ich mich 1a anschließe. Anfänglich in meiner Vegan-Europhorie hab ich in Vegan-Foren vorbeigeschaut und ziemlich schnell die Rückreise angetragen, genau aus den von Dir genannten Gründen.

    Die Bezeichnung Veganer hilft nach Außen sicherlich häufiger, dass man einigermaßen nach den eigenen Wünschen das Essen bekommt. Sonst wäre wahrscheinlich in fast jedem Restaurant dick Käse auf irgendwelchen Gerichten – im Zweifel noch Garnelen (man will ja was Gutes tun:-)).

    Zu meiner Identifikation benötige ich das wohl nicht – ich weiß, aus welchen Gründen ich mich vornehmlich vegan ernähre und auf Nachfrage (aber auch nur dann) erkläre ich das gerne.

    Also nochmal einen Dank für die gut zusammengefassten Worte.

  3. Hallo Cookie, habe was in meinem Blog dazu geschrieben, vielleicht fällt dir ja auch was zu meinem Problem ein 😉
    Herzliche Grüße von der SchubladenNina

  4. Ich stimme dem 100 % zu. Der Titel „Veganer“ „verpflichtet“ automatisch zu absoluter Disziplin und legt einen nach Außen hin (und nach Innen) auch in gewissem Maße in Fesseln. Denn man wird beobachtet. *g* Den Kritikern entgeht nichts. 😉 Und jede Abweichung oder Ausnahme als Schwäche, Inkonsequenz oder Unglaubwürdigkeit gedeutet. Man hat ja auch einen Auftrag. Und einen Ruf zu verlieren… also immer schön konsequent bleiben.
    Aber nicht nur die Umwelt ist sehr aufmerksam als „vegane Polizei“, man selbst ist mit sich ja oftmals am strengsten, oder? Bei mir ist das so. Man beisst sich in den Hintern, während man das Gericht im Restaurant zurück gehen lässt, das versehentlich mit Sahne in der Sauce zubereitet wurde. Denn eigentlich sah es soooo lecker aus. Aber entweder ganz oder gar nicht. Oder? Ein bißchen schwanger gibts ja auch nicht. 😉

  5. Nicole, dazu möchte ich noch Folgendes sagen: Wenn aus Versehen ein Gericht nicht korrekt gekocht wurde und ich keine Unverträglichkeiten habe, dann ess ich es (außer Fleisch oder Fisch, das geht nicht). Warum? Dem Tier helfe ich nicht, indem ich das Gericht vernichten lasse. Es ist nun verarbeitet, dann kann ich es auch essen bevor wertige Nahrungsmitteln in den Müll geschmissen werden – natürlich mit dem Kommentar an die Servicekraft, dass ich das so „eigentlich“ nicht gewollt hab.

  6. Hey,

    aber indem man das gericht dann doch isst obwohl man „pflanzlich“ oder was auch immer bestellt hat, zeigt man doch, dass es dann doch akzeptiert wird.
    So lernen die Restaurants auch nicht….

    Ich stimme schon zu, dass es eine verzwickte situation ist, denn das essen wird ja dann „vernichtet“ :-/
    ICH persönlich könnte und will es nicht essen, egal mit was es ist (also milch/käse/fleisch/fisch ist da völlig gleichwertig) und würde es dann zurückgehen lassen.

    dieses ganze Schubladendenken und leute in kategorien stecken gefällt mir auch nicht, allerdings ist es für MICH einfacher zu sagen, ich bin vegan (und schön langsam können auch immer mehr menschen was mit dem begriff anfangen) als dass ich erstmal erklär was ich alles nicht essen will.

    wer gelegentlich fleisch oder anderes tierisches konsumiert ist nunmal nicht vegan und sollte sich auch nicht als solcher „labeln“. was aber auch nicht tragisch ist, wie gesagt, ich finde diese „labelei“ eh nicht so toll.

    Liebste Grüße
    Frau Hase

  7. Grundsätzlich finde ich das alles schon nicht unrichtig – es kommt wohl darauf an, was für einen Anspruch man an sich selbst hat, und vermutlich auch, wie stark das eigene Sendungsbewusstsein ausgeprägt ist. Menschen mit Sendungsbewusstsein mögen manchmal nervig sein, aber sie sind der Grund, weshalb wir uns an dieser Stelle überhaupt über das Thema Veganismus unterhalten: Sie haben das Thema in die Welt hinausgetragen und Menschen dazu gebracht, sich damit auseinanderzusetzen. Würde jeder zu Hause ab und zu sein eigenes veganes Süppchen kochen, sich nicht darüber identifizieren oder definieren, wäre daraus nie eine derartige Bewegung geworden.

    Finde ich Honig verwerflich? Nein, nicht unbedingt. Esse ich Honig? Nein, es ist nicht vegan. Und es tut mir überhaupt nicht Leid um Honig. Was wir mit Tieren machen, ist eine so gigantisch schlimme Sache, dass ich meinen Veganismus auf keinen Fall verwässert sehen will. Ich kann froh sein über jeden, der weniger Fleisch oder Tierprodukte isst. Aber mein Herz höher schlagen lassen nur Veganer. ❤

  8. Frau Hase, selbstverständlich wird das „gerügt“ – aber dann ist mir das Nichtvernichten von Lebensmitteln einfach wichtiger. Sollte ich es nicht essen können (z.B. hab ich mal Scampis in den Nudeln gehabt), dann geht es halt zurück. Aber Gott sei Dank klappt es in den meisten Fällen ja ziemlich gut.

    Ich hab noch ein Beispiel aus meinem Alltag. Wenn ich mal ein Eis auswärts auf der Hand esse, lasse ich mir immer ein Hörnchen geben. Warum? Ich finde die Umweltverschmutzung durch die Plastikbecher in dem konkreten Falle schlimmer als das Hörnchen. Klar, ich könnte auch einfach auf das Eis im Ganzen verzichten – tue ich aber eben 2-3x im Jahr nicht. So what. Dann nehm ich das Hörnchen und in vielen Fällen esse ich es auch auf. Ich bin sicher, dort ist Ei und wahrscheinlich auch Milch drin – aber wie gesagt, ich wiege dann einfach auf, was mir wichtiger ist.

    Trotzdem bin ich in den Augen meiner omnivoren Bekannten ein Veganer und ich glaube, das ist auch ganz gut so. Ansonsten würde nach dem Motto „och, die isst das ja doch“ nicht so kreativ für mich gekocht. :-)))

  9. Hm, es gibt nichts, was mir so wichtig wäre, daß ich dafür Ausnahmen machen würde. Und eine Ausnahme führt zu der nächsten (da trau ich mir nicht über den Weg). Ich verurteile aber niemanden, der beispielsweise einmal im Monat seinen Cheeseburger haben muß (wundern würde ich mich aber schon). Ob ich den aber Veganer nennen würde, bezweifle ich.

    Ich bin für klare Bezeichnungen … Schubladen würde ich das nicht nennen, in eine Schublade wird man unfreiwillig gesteckt. Blond = doof, das wäre eine Schublade, egal ob die Blondine vielleicht einen IQ von 150 hat. Bezeichnungen erleichtern mir das Leben, so ähnlich wie auf Verpackungen … wenn ich eine Dose Erbsen kaufe, sollen Erbsen drin sein und nicht etwa Mais. Wenn mir meine Nichte sagt, sie sei Vegetarierin, dann bemühe ich mich, beim nächsten Fest was passendes für sie zu haben (war noch zu meinen Omnizeiten). Wenn ich dann sehe, daß sie Rinderbrühe, Fisch und Gelatine ißt, dann bin ich angenervt.

    100%ig bin ich aber auch nicht (geht das überhaupt? Eher nicht, schon allein wegen der Kupferkabel). Ich trage Lederschuhe (die sind noch gut, kann ich doch nicht wegwerfen) und ich esse Sachen, in denen Monodingensglyzeride von Speisefettsäuren drin sind, auch wenn ich nicht weiß, ob die pflanzlich sind. Ich esse saure Gurken, auch wenn vielleicht der Essig mit Gelatine geklärt ist.

    Aber Honig finde ich tatsächlich verwerflich. Man nebelt die Bienen mit Rauch ein, damit sie sich nicht wehren können, wenn man ihnen ihren mühsam gesammelten Honig wegnimmt und ihnen dafür Zuckerwasser gibt. Und bei der Prozedur bleiben auch sicher einige Bienen auf der Strecke.

    Ach ja, ich nenne mich nicht Veganerin. Ich sage (wenn jemand fragen sollte), daß ich mich vegan ernähre. Stimmt nicht so ganz, denn ich verwende (außer den Schuhen) nichts tierliches mehr, aber das Substantiv ist mir irgendwie nicht so angenehm.

    Grüßli
    Ute

  10. Rosa, Du sprichst mir aus dem Herzen, ich kann Dir da nur 100% zustimmen. Vegan ist deshalb für mich kein „Verhandlungsthema“ weil ich es in erster Linie für die Tiere mache und da kann und will ich einfach keine Kompromisse zulassen. Zudem ernähre ich mich heute vielseitiger und gesünder als je zuvor und es fehlt mir an nichts. Im Gegenteil, ich habe mich körperlich noch nie besser gefühlt als heute.

    Ehrlich gesagt verstehe ich diese Diskussion aber nicht denn entweder bin ich vegan oder ich bin es eben nicht. Das muss doch jeder für sich selbst entscheiden und letztendlich sollte für jeden die eigene Rechtfertigung vor sich selbst zählen. Wenn man das alles mit sich und seinem Gewissen vereinbaren kann: so what? Dafür gibt es eben Begrifflichkeiten, damit man Dinge zuordnen kann. Dann seid ihr halt Vegetarier, Punkt. Ich habe das Gefühl, da scheint ihr mehr Probleme mit zu haben als die anderen. 🙂

    Und wenn ihr entscheidet, dass das bisschen „unvegane“ was ihr esst keinen Unterschied machen sollte dann dürfte das bisschen was weggeschmissen wird weil es nicht vegan ist auch nicht ins Gewicht fallen, oder?

    Zu guter Letzt möchte ich noch sagen, dass ich eine Menge Veganer kenne (unter anderem meinen Liebsten, der das schon seit 16 Jahren „durchzieht“) die weder militant noch aggressiv gegenüber jeglichen anders Denkenden sind, ganz im Gegenteil. Aber ich kann verstehen, warum viele, gerade in Foren, so aggressiv rüberkommen denn manchmal kann man schier verzweifeln am ganzen Unrecht, dass diesen armen wehrlosen Geschöpfen zugemutet wird damit wir „alles im Überfluss genießen“ können.

    Macht euch doch bitte keinen Stress, denn der Weg ist das Ziel und jedes tierische Lebensmittel das nicht konsumiert wird, trägt positiv dazu bei, dass weniger Tiere für unsere Zwecke ausgebeutet werden.

  11. es sieht ein bisschen so aus, als wäre ich Veganer nur aus Dogmatik, aber so ist es nicht. ich finde nur, dass man auch eine verantwortung hat, wenn man sich als veganer bezeichnet; denn dieser begriff ist nunmal definiert, und den sollte man auch nicht aufweichen. wenn ich wirklich honig essen wollte und ihn als nicht-tierausbeuterisch einschätzen würde, dann würde ich auch wieder honig essen. aber dann würde ich mich auch nicht mehr als veganer bezeichnen, sondern sowas sagen wie „ich versuche, möglichst auf tierprodukte zu verzichten“ oder so.
    es geht nicht um 100% veganismus, aber man sollte sich mühe geben! und wenn ich mir mühe gebe, dann kann ich 100% (oder sagen wir mal 99% vegan) sein, also tue ich das auch.
    ich bin um jeden froh, der auch nur 1x die woche statt fleisch tofu isst. aber ich kann eben mehr, also mache ich das auch.

  12. Hallo, ich habe mir nun alle Antworten durch gelesen und finde besonders was Ute schreibt für mich auch zutreffend: Wenn ich sage, dass ich Veganerin bin, und dann esse ich beim Geburtstag einer Freundin doch einen unveganen Brownie mache ich mich ein Stück weit unglaubwürdig. Und wenn ich dann beim nächsten gemeinsamen Abendessen das nicht und jenes nicht im Restaurant essen will, weil es unvegan ist, verstehe ich, wenn ich zweifelnd angeschaut werde. Ich bin einfach auch für klare „Labels“. Warum auch nicht? Drin ist was drauf steht – wollen wir bei Lebensmitteln ja auch. Stell dir mal vor, du kaufst Kekse, auf denen steht „vegan“ und dann sind da Eier drin, weil man ja manchmal eine Ausnahme machen kann.. Ich bin sehr froh und dankbar über diese Diskussion. Ich bezeichne mich auch nicht als Veganerin. Ich ernähre mich vegan und manchmal habe ich mich in der Vergangenheit eben nicht vegan ernährt. Schubladen klingt immer irgendwie nach Urteil. Also wenn ich in der Schublade:Veganer stecke, werden Menschen vielleicht irgendwelche Vorurteile haben (Öko, langweilig, ungesund..). Daher finde ich es nicht so klasse, in Schubladen sortiert zu werden. Aber ich ernähre mich vegan ist so wie: ich bin in einer Beziehung und bin treu. Und wenn ich fremdgehe, dann bin ich eben nicht mehr treu.Wie gesagt: Danke, dass ich das nun für mich sortiert habe.

  13. Hm, schoener Artikel, Danke!
    Ich kenne das „Problem“ schon laenger: von meinen nie ganz klar definierten Lebensmittelunvertraeglichkeiten. Es bekommt mir besser, glutenfrei zu essen – aber ich mache Ausnahmen. Deswegen sage ich auch „ueberwiegend glutenfrei“. Aber grad bei Freunden ess ich durchaus auch anderes mit – weil ich weiss wie anstrengend (und teuer!) es ist glutenfrei und vegetarisch und am besten noch milchfrei zu machen …
    Ich nenne meinen Essensstil konsequent „ueberwiegend vegan, ueberwiegend glutenfrei“. Aber ab und an esse ich Kaese, oder gar Fleisch (ja! aber ich muss nicht auch noch „ueberwiegend vegetarisch“ mit aufnehmen in meine Selbstbeschreibung, oder?) – aber selten. Bisher hatte ich nicht das Problem, dass jemand an meiner Glaubwuerdigkeit gezweifelt hat – nur an meinen Unvertraeglichkeiten, aber das habe ich auch oft genug. Ich sag halt ehrlich, dass ich es versuche vegan und glutenfrei zu leben, aber (vor allem unterwegs) Ausnahmen mache. Das kann ich auch fuer mich sowohl gesundheitlich als auch ethisch immernoch gut begruenden. Was aber stimmt: als „nicht-ganz-veganer“ (oder nicht-ganz-vegetarier) wird man von veganern/vegetariern meist noch schiefer angeschaut als omnivore. Aber da ich mich ueberwiegend nicht ueber mein Essen definiere – mir egal.
    Lieben Gruss!

  14. Ich wollte damit auch nicht sagen, dass vegan lebende Personen nun plötzlich Ausnahmen machen sollen, um ihre Prinzipien verwässern. Mich persönlich stört nur manchmal die Art, wie man versucht, andere zu überzeugen. Oder naja, was heißt stören – ich finde es nur nicht sonderlich effektiv.

    Ich weiß nicht warum, aber ich kann mich wirklich gut in alle Allesesser hinein versetzen. Da wirkt der vegane Haufen wie eine verschworene Gruppe voller Mutter Theresas, die missionieren wollen. Manche sind sanftmütig und versuchen es mit Toleranz, andere nehmen die Schockmethode (Videos mit Tierleid) und andere haben zu viel Temperament und werden aggressiv. Aber eines haben sehr viele gemeinsam: Sie glauben, auf der richtigen Seite zu stehen, und schrecken damit ab.
    Und sie wollen etwas von den anderen Menschen, und geben nichts.

    Dabei hat eine pflanzliche Ernährung so viel zu geben. In erster Linie Gesundheit – aber auch Schönheit, Jugendlichkeit, sportliche Energie, einen wachen Geist. Alles Dinge, die die Menschen seit jeher wie Magneten angezogen haben, und eine Milliardenindustrie nähren.
    Hier könnte man wunderbar ansetzen, und damit das Tierproblem als Nebeneffekt anpacken. Zwei Fliegen mit einer Klappe „kitzeln“ (;-)) wenn man so will. Denn von „Glätten sie ihre Falten“ oder „Besiegen sie ihr Diabetes ohne Medikamente“ fühlt sich niemand bevormundet, bedroht oder verurteilt.

    Und eben das, was hier geschrieben wurde, meinte ich ja – dieses „Entweder bin ich vegan oder nicht. Ein bisschen geht nicht.“ Warum nicht? Weil man dann nicht mehr was ist? Ein Begriff? Ich meinte ja wie gesagt auch nicht, dass man bei sich selbst Ausnahmen machen soll. Aber Toleranz hat doch auch etwas damit zu tun, andere ein Teil einer Bewegung sein zu lassen, obwohl sie nicht perfekt sind. Es ist nur meine Meinung, aber indem immer wieder gesagt wird „Dann darfst du dich aber nicht vegan nennen“, zieht man eine klare Trennlinie, obwohl sich alle mehr oder weniger auf dem gleichen Weg befinden.

    Ich für mein Teil habe immer ein bisschen Bauchschmerzen, wenn ich sage „Ich bin vegan“. Denn ich bin ich, und kein Wort für eine Ernährungsweise, die eigentlich ganz natürlich ist. Und dass es einfacher für andere ist, ist auch nicht unbedingt gesagt. Nicht jeder weiß, was beim Veganer nun genau erlaubt ist. Genauso gut kann man sagen „Ich ernähre mich pflanzlich.“
    Aber es stimmt, das muss jeder für sich allein entscheiden dürfen.

    Wie gesagt, ich finde das nicht schlimm, und meine auch niemand Bestimmten. Ich verstehe nur manchmal nicht, wie man sich vom Allesesser zum Pflanzenesser entwickeln kann, und dann irgendwo auf dem Weg vergisst, wie man selbst sich damals gefühlt hat, als man noch Milch oder Fleisch mochte, und zum ersten Mal von Veganern gehört hat.

  15. Hahaha…die Damen Veganerinnen scheinen ja schon die Schnauze voll von der rein pflanzlichen Kost zu haben 🙂

    „Vegan zu sein ist doch keine Religion, kein Wettbewerb.“

    Da hast du den Veganismus aber noch nicht wirklich verstanden. Er ist nämlich DER Religionsersatz des 21. Jahrhunderts. Jedenfalls in den westlichen Industrienationen.

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