Grünkohl geht auch fettarm

Was macht man, wenn man gern ein bisschen Grünkohl für seine Salate oder Smoothies hätte, das krause Gemüse aber nur in einem 1kg-Beute angeboten wird?
Ganz einfach: Man kocht den Rest, und futtert mehrere Tage davon.

Aber wie genau zubereiten? Ich bin ein Nordi, und bei uns kennt man Grünkohl eigentlich gar nicht; zumindest nicht hier in unserer Gegend. Und die Rezept-Varianten, die mir im Internet über den Weg gelaufen sind, waren so fettig, fettiger geht’s kaum – mit Schmalz und allen möglichen fetten Fleischsorten.
Also habe ich mir selbst ein Rezept für einen Eintopf zusammengebastelt, das so wunderbar war, dass ich’s kaum beschreiben kann 🙂

Man braucht:

  • Grünkohl
  • Rote Linsen
  • Gemüsebrühe (ohne Hefeextrakt)
  • Kokosöl
  • 1 lila Zwiebel
  • Tofu Wiener Würstchen
  • Senf
  • Schmelz-Haferflocken (z.B. von Kölln)

Der Grünkohl wird in kleine Stückchen geschnitten. Ich rolle ihn dazu immer ein, und schneide hauchdünne Streifen. Damit das Volumen im Topf schrumpft, gieße ich ihn anschließend mit kochendem Wasser auf. Er wird dadurch blanchiert. Wie viel Wasser man nimmt, ist eigentlich egal – je nachdem, wie flüssig man seinen Eintopf haben möchte. Ich würde vorschlagen, den Kohl erst nur leicht damit zu bedecken, etwas Nachgießen kann man immer.

Anschließend gebe ich 1-2 EL Gemüsebrühe dazu. Achtet hierbei am besten darauf, dass ihr eine aus dem Bioshop kauft bzw. eine ohne Hefeextrakt. Denn das ist nichts anderes als Geschmacksverstärker. Wollen wir nicht – pfui – denn Gemüse hat genug Geschmack!
Jetzt beginnt der öde Teil: Der Kohl muss nun  ca. 2 Stunden köcheln, bis er eine Konsistenz hat, die ein wenig an Spinat erinnert. Wenn er fast fertig ist, das heißt, noch ein wenig bissfest, dann gebe ich 1-2 Hände rote Linsen dazu. Die sind super toll, weil sie nicht nur lecker sind, sondern nicht eingeweicht werden müssen, und in nur 10 Minuten fertig sind.

Ich gebe dann ca. 2 TL Kokosöl in die Pfanne, schwitze darin die Zwiebeln und die Veggie-Würstchen ein wenig an. Das Ganze kommt dann in den Eintopf, und dazu noch 1-2 TL mittelschafer Senf. Am besten geht man einmal mit dem Schneebesen durch, damit sich keine Klümpchen bilden. Wer es deftiger mag, kann auch mehr dazu geben – einfach abschmecken!

Zum Schluss gebe ich nach Lust und Laune ein paar Schmelz-Haferflocken dazu und rühre sie mit dem Schneebesen ein. Sie binden die Flüssigkeit, und lassen eine eintopfartige Konsistenz entstehen. Natürlich kann man auch feste Haferflocken nehmen, oder es komplett weglassen (wenn man es „brühiger“ oder flüssiger mag).

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, warum manch einer so einen Aufriss macht – den Kohl noch extra anbrät, Schmalz, Öl, Butter oder saure Sahne und Kassler, Kochwurst, Pinkel oder Schweinebacke dazu gibt. Der Grünkohl, selbst wenn man ihn nur in Wasser kocht, entwickelt so ein tolles und deftiges Aroma, dass es eigentlich kaum noch etwas braucht, um ihn schmackhaft auf den Tisch zu bringen. Zusammen mit Zwiebeln und Senf ist das wirklich ein absoluter Traum, den ich in diesem Winter bestimmt nicht das letzte Mal gemacht habe.

Bon Appétit!

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4 Gedanken zu “Grünkohl geht auch fettarm

  1. Mh, das klingt lecker. Bei uns gab es am Freitag Grünkohl als Gemüse. War auch mein erstes Mal. Meine Mutter war zu Besuch und hat ihn nachmittags schon blanchiert, da hatte ich abends weniger Arbeit. Ich hab Schmalz von Tartex genommen und darin Zwiebeln angedünstet, den Grünkohl dazu und dann mit Gemüsebrühe köcheln lassen. Wie lange weiß ich nicht mehr genau, weniger als eine Stunde. Dazu gab es Kartoffeln und Tofuwiener. Das war so lecker, für uns vier war ein noch fast voller Beutel fast schon zu wenig.

    Grüße
    Ute

  2. Jaa, so soll Grünkohl sein!

    Das ist eins von den Gemüsen, die man dann jenseits von traumatischen Rezepterfahrungen in der Kindheit wieder ganz neu entdecken kann.
    (Ich sag nur Kürbis. Eingemacht. Wabbelig. Penetrant nach süß-essig riechend.)
    Ich nehme bei Gemüseeintöpfen ohne Räuchertofu etc. meist etwas Rauchsalz (das nur Salz und Buchenrauch enthält). Gibt ein schön herzhaftes Aroma. Passt auch grad zum Wetter.

    LG, Katja

  3. Oh ja, Kürbis, da kann ich auch ein Lied von singen. Den hätte ich mir nie gekauft und selbst zubereitet, wenn ich nicht irgendwann mal zufälliger Weise eine fertig abgefüllte Kürbis-Cremesuppe in die Hände bekommen hätte. Ich kannte den nämlich auch nur sauer eingelegt. Wähh!

    Grünkohl gab es bei uns nie. Zum Glück, muss ich sagen. Denn in meiner Familie stehen alle auf deftige und fettige Hausmannskost. Damit hätten sie ihn mir wohl so verübelt, dass ich den freiwillig nie wieder in den Topf geworfen hätte.

    @ Ute:
    Hast du den Grünkohl denn noch angedickt? Oder einfach so über die Kartoffeln gefüllt?

  4. Oh!! Ich hab immernoch eine 3/4 Tüte Grünkohl im Eisfach und scheue mich davor, damit was anzufangen! Frisch find ich ihn ja gut, so für Smoothies, aber in der Tüte ists nicht mehr das Gleiche…Danke für dein Rezept! 🙂

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