Nicht aufgegeben, aber …

Es tut mir leid, dass ich aufgehört habe, Berichte über meine 80/10/10-Transition-Tage zu schreiben. Es war frustrierend, weil ich mich immerzu hätte wiederholen müssen: „Ja, ich weiß, ich habe zu wenig gegessen, aber…“

… das Obst ist zu teuer
… das Obst braucht zu lange zum reifen
… ich kann nicht mehr als 3 Bananen auf einmal essen

usw.

Und so ist es auch. Ich merke zwar, dass es langsam besser wird, und ich mittlerweile ohne Probleme und großartige Pausen eine Honigmelone oder zwei Zucchinis mit 3 Mangos, Erdbeeren und Spinat essen kann, aber insgesamt war es trotzdem immer zu wenig. Und in meiner Frustration habe ich dann oft zu Brötchen (ja, die stinknormalen aus glutenhaltigen Weißmehl) gegriffen, und war dann nur noch frustrierter. Ich hatte keine Lust, darüber zu schreiben, und hab mir vorgenommen, einfach dann mit den einzelnen Tagen weiterzumachen, wenn ich mich wieder eingerenkt habe, und über die anderen dann nur eine grobe Zusammenfassung zu posten.

Das Problem ist aber: Auch heute gab es wieder Brötchen bei mir. Vielleicht sollte ich mir eingestehen, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt auch für die Transition noch nicht weit genug bin. Es ist einfach unglaublich schwierig, solche Mengen zu essen, wenn man auf Fett verzichten muss.
Mit Fett wär’s ein Kinderspiel – einen Rohkostkuchen oder Riegel hier, da einen Cracker mit Avocado und später ein leckeres Salatdressing aus Öl oder Nussmus.
Aber der Rat, möglichst 1000 Kalorien pro Mahlzeit zu essen, und dann nur Kartoffeln vor sich zu haben? Puh, habt ihr schon mal 1-2kg Kartoffeln ohne alles gegessen? Selbst mit Tomatensoße ist das für mich kaum zu schaffen.

Deswegen werde ich mich in den nächsten Tagen einfach etwas lockerer machen. Ich gebe nicht auf, aber ich werde nicht mehr sooo streng aufs Fett schauen, und mich selbst auch nicht mehr so zu triezen, eine bestimmte Menge zu schaffen. Wenn ich die Nase voll von Obst und Gemüse habe, mir aber noch Kalorien fehlen, dann werde ich ein Stück Kuchen oder einen Rohkostriegel essen, und zwar ganz ohne schlechtes Gewissen. Jawoll!

Und meine Essenspläne poste ich dann auch lieber wieder wöchentlich mit vereinzelnden Bildern. Denn es ist anstrengend, jeden Tag alles zu fotografieren, was man sich so in den Mund schiebt.

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24 Gedanken zu “Nicht aufgegeben, aber …

  1. Als erstes Mal einen solidarischen Drücker von mir. Kopf hoch! Für mich funktioniert 811 ja auch nicht. Jedenfalls nicht jetzt und nicht sofort. Aber da Rohkost für mich DER Weg ist, habe ich die Fettbeschränkung sein lassen und versuche möglichst viel Rohkost zu essen. Egal ob fettig oder nicht. Wenn 811 DAS beste für uns (Menschen) ist, dann bin ich überzeugt, dass mich – nach einer mehr oder minder langen Zeit – mein Körper von ganz allein dahin führen wird. Wenn ich ihn lasse. Und das habe ich vor.

    Derzeit esse ich sogar noch gekochte Sachen, aber auch das wird weniger werden. Weiß ich.

    Geh einfach Deinen Weg. Egal worauf andere schwören. Keiner kennt seinen Körper so gut wie Du.

    LG Emma

  2. Liebe Grüße auch von mir. Ich tu mich auch so schwer mit der Sache. Nun hab ich den Vorteil, dass ich von Natur aus anscheinend große Mengen vertilgen kann – aber irgendwie geht das bei großen Mengen Ungesundem leichter. 5 Bananen sind kein Problem, aber dann könnte ich sie auch erst mal einen Monat sein lassen. Seufz.

    Meine Befürchtung ist ja, dass mich die Süchte fest im Griff haben, ich wünsche dir, dass du eine Lösung deiner Probleme findest. Ich weiß da nichts zu raten (Versager der ich selbst bin ;-))

    Alles Liebe von Huppicke

  3. Ich denke du machst das ganz richtig. Es gibt keine perfekte Ernährungsform für alle, sondern jeder ist anders. Also kann es auch nur eine individuelle Ernährungsweise geben, was nicht heißen soll, dass Weißmehl eine gute Idee ist, denn ein paar Regeln gelten schon, aber innerhalb derer gibt es Variationen. Die einen essen mehr Obst, die anderen mehr Vollkornbrot, die anderen setzen mehr auf rohes Gemüse, oder mögen es nur gekocht.

  4. Ich drück dich auch mal!
    Ich hab ja das Buch von Anne Osbourne gelesen und selbst sie hatte mal Phasen, wo sie reichlich Avocados gegessen hat.
    Ich bin auch gerade mal wieder so weit, dass ich denke, dann lieber Fett aus gesunden Quellen als immer zu anderen fiesen Sachen zurückzufallen.
    Das vegane Gummibärchen fettfrei sind macht sie insgesamt wohl kaum besser als Avocado.
    Dann lieber Avos oder Nüsse (oder gekocht) bis ich satt bin als Industrienahrung.

    Lieben Gruß
    Kris

  5. Hallo wind im haar,

    hast du das Buch http://www.amazon.de/Die-sensationelle-Gabriel-Methode-Blockaden-verlieren/dp/3442172411/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1332926485&sr=8-1 schon gelesen? Die Leseprobe bei Amazon ist sehr umfangreich. Ich glaube nicht, dass du willensschwach oder so etwas bist. Es könnte sein, dass dein Körper dick sein will, so wie es in dem Buch beschrieben ist. Ich kann vieles was er schreibt für mich bestätigen, auch wenn ich nie so richtig dick war, doch eben sehr von Cellulite betroffen.

    Jon hat ja in dem Film „hungry for change“ mitgespielt. Hier noch seine page: http://www.thegabrielmethod.com/.

    Ganz liebe Grüße und Trost, auch wenn wir uns nicht kennen. Biofee

  6. Also ich hatte mir für Smoothies extra einen Mixer bei Amazon geholt. Jedoch waren Smoothies wohl nicht so mein Ding und da war sehr viel Luft drin – bekommt mir nicht so gut. Auch den Nachmittagssmoothie auf der Arbeit fand ich ekelig, weil er schon ca. 8h rumoxidiert ist. Hab den Mixer wieder zurückgegeben (hat auch alles sehr stückig/faserig gelassen)…

    Jetzt halte ich es wie du: Hauptsächlich Obst und Gemüse, aber bei Gelüsten auf ein Brötchen, Gemüse mit Dippsoße oder vorgestern einer selbstgemachten Pizza, gebe ich diesen nach. Salat bekomm ich zum Beispiel nie ohne „Dressing“ runter. Seis drum – kommt halt Dressing in Maßen drüber – hauptsache ich mache mir den Salat nicht mies!
    Und ich liebe Mais und Oliven – ist nicht roh, ess ich jetzt trotzdem im Salat. PUNKT.

    Vielleicht kommt die Roh-Lust irgendwann von ganz alleine, aber ich erzwinge das bei mir nicht mehr innerhalb weniger Tage/Wochen. Soll es doch Jahre dauern, ich habe Geduld.

    Das Leben ist zu kurz und schön, um sich ständig zu irgendwas zu zwingen, was man gar nicht will!

    Mach weiter so und lass uns nach unserem Herzen essen 😉
    LG, Auriel

  7. @ Emma:
    Das denke ich auch oft. Wenn diese Ernährungsform doch so natürlich und so selbstverständlich ist, dann sollte sich irgendwann ja auch mal ein Gefühl dafür einstellen … und man sollte nicht ewig einen Kampf führen. So logisch das Argument mit den Süchten auch für mich klingt, so wenig glaube ich, dass diese wirklich ein ganzes Leben bestehen. Irgendwann müssen sie doch ihren Reiz verlieren. So wie Alkohol bei mir zum Beispiel.
    Aber Freelee sagt ja, dass bei ihr auch heute noch Gelüste entstehen, wenn sie nicht genug gegessen hat. Warum beginnt der Körper in einem Zustand des Hungers denn nicht zur Abwechslung auch mal nach Früchten zu schreien? Nach all den Jahren…? Wäre ja irgendwie nur folgerichtig, wenn einzig Früchtes und Grünes DIE Nahrung für den Menschen sind.

    @ Huppicke:
    Ich glaube, unsere Süchte haben uns alle fest im Griff. und jeder hadert auf seine ganz persönliche Weise damit, etwas anders zu machen, als sein Körper es im jeweiligen Moment verlangt. Bei manchen ist das das Essen, bei anderen greift es aufs ganze Leben über. Das ist zwar kein Trost … aber wenn man das mal in Relation setzt, dann ist es vielleicht doch nicht der Weltuntergang, als der es sich manchmal anfühlt. 😉

    @ Jane:
    Ich sehe es prinzipiell ähnlich wie du. Ich glaube nicht, dass es DIE eine Ernährungsform gibt. Andererseits bin ich fest davon überzeugt, dass ein Vollkornbrot auch nicht so viel besser ist, als ein Weißmehlbrötchen. Und dass fettige und frittierte Sachen nichts auf unserem Speiseplan zu suchen haben.
    Also für mich gibt es nicht diese paar Ernährungsregeln, von denen du sprichst, die allumfassende Gültigkeit haben. Für mich fühlt sich irgendwie nichts sicher an.

    @ Kris:
    Ja, ich empfinde eine Avocado auch nicht als so schlimm, und kann manchmal nicht verstehen, warum es bei 811 heißt, Fett wäre Fett und immer gleich schädlich.
    Studien aus der Vergangenheit haben gezeigt, wenn man Kindern nichts vorsetzt, sondern ihnen eine große Auswahl an Lebensmitteln anbietet, und sie instinktiv wählen können, was sie haben möchten, dann würden sie immer alles richtig machen. Sie haben noch nicht verlernt, darauf zu hören, was der Körper zum jeweiligen Zeitpunkt braucht, und entwickeln dahingehend Appetit. Und Kinder essen ja auch relativ viel Fett (wie z.B. die Tochter von Silke Kaiser). Wie kann etwas pauschal falsch sein, wenn es doch instinktiv gesteuert wird?

    @ Biofee:
    Danke für den Tipp. VIelleicht werde ich das Buch ja mal lesen.
    Wobei ich nicht glaube, dass mein Körper dick sein will bzw. dass er sich groß von anderen Körpern unterscheidet. Betrachten wir es nur aus geschichtlicher oder biologischer Sicht, dann neigen wir ja alle dazu, Fettdepots aufzubauen … um eben den nicht mehr vorhandenen kargen Winter zu überstehen. Ich glaube, andere Menschen bewegen sich nur mehr als ich, und treffen bessere Ernährungsentscheidungen. Es ist ja bei mir auch wirklich auf der Waage zu sehen: Wenn ich alles richtig mache, geht es auch runter.
    Aber ich glaube trotzdem daran, dass der unterbewusste Aspekt eine Menge steuert. Wenn nicht das Gewicht selbst, dann zumindest (logisch) unsere schlechten Gewohnheiten.

    @ Auriel:
    Ich bewundere dich für deine Geduld. Mir geht es zwar änlich wie dir, ich fühle mich aber oft schlecht, wenn ich von dem Wissen abweiche, was ich mir all die Monate angelesen habe. Ich glaube, zu einer unverkrampfte veganen Mischkost werde ich in diesem Leben sicher nicht mehr finden.

  8. Hallo Mrs. Cookie,

    ich lese gelegentlich hier mit und schwanke zwischen Verwunderung und Erstaunen. Du klingst nicht sehr überzeugt von der Methode. Fast scheint es, als quälst du dich ganz schön damit. Wäre es nicht einfacher, wenn du innerlich mal etwas Abstand von allzu strengen Regeln und Vorgaben machen würdest? Und vor allem mal um etwas anderes kreisen würdest?

    Ich meine das nicht verletzend, ich bin einfach erstaunt darüber, dass dich diese Ernährungsform so vereinnahmt. Es liest sich so, als würdest du dich den ganzen Tag ausschließlich mit dem Thema Essen beschäftigen, wenn ich lese, dass du erst eine Wassermelone isst und dann sofort den nächsten Smoothie bereitest. Das kann doch nicht gesund sein? Nichtmal, wenn es vegan, roh, whatever ist.

    Und wenn du es erstmal übergangsweise mit einer vernünftigen (!) Mischkost versuchen würdest? Zumindest so lange, bis sich auch am Gewicht etwas verändert. Dieses „Wow-Erlebnis“ verbunden mit durch Sport freigesetzten Endorphinen wäre doch eine ganz andere Basis für eine dauerhafte Veränderung. Und sicherlich wesentlich genussvoller.

    Über eine Antwort würde ich mich freuen.

    Viele Grüße,
    Frau Weh

  9. Hallo liebe Frau Weh,

    ja, du hast bestimmt Recht. Sich selbst zu stressen und unter Druck zu setzen, und den Tag um das Thema Ernährung kreisen zu lassen, das ist sicher nicht so toll.
    Ich habe ja auch aufgehört über jeden einzelnen Tag zu schreiben, und habe die Zügel etwas locker gelassen.

    Aber was genau ist denn eine vernünftige Mischkost? Da streiten sich ja die Geister.
    Ich bin mit Obst und Gemüse nicht unglücklich. Es ist alles schön so wie es ist. Ich suche derzeit nur nach glutenfreien und fettarmen Sättigungsalternativen, sodass es eben nicht immer die Massen an Bananen und Co. sein müssen. Wenn es glutenfreie Brötchen geben würde, die so schmecken würden, die ich jetzt hin und wieder zwischendurch esse, dann wäre wirklich alles perfekt 😉

    Aber viel Fett, Industrienahrung oder gar tierische Produkte? Das ist für mich mittlerweile ein absolutes No Go.

  10. Ah, danke für die schnelle Antwort, es interessiert mich nämlich wirklich.

    Ja, die Sättigung scheint wirklich das Kernproblem zu sein. Wäre es denn nicht vielleicht ein Ansatz, Fett in Maßen zuzulassen? Kartoffeln und Vollkornnudeln, aber mit Sauce oder etwas Öl? Das rutscht dann gleich auch besser.

    Letztendlich ist es ja tatsächlich so, dass jeder ein anderer Ess-Typ ist. Was bei dem einen geht, muss bei dem anderen nicht zwangsläufig ebenso funktionieren. Ich habe mich nach der letzten Schwangerschaft hervorragend bei der Methode von Sonja Bakker aufgehoben gefühlt, da würde sich einem Veganer allerdings der Magen umdrehen. Andererseits gab es dort Obst- und Gemüsetage, da hätte ich vor Hunger wirklich ALLES gegessen, was mir auf den Teller gehüpft wäre. Insofern kann ich das mit dem Hunger nachvollziehen.

    Ich frage mich halt, wenn ich hier so lese, ob es nicht im Grunde zwei Bereiche sind, die du angehen möchtest. Einerseits die Gewichtsreduktion, andererseits die Ernährungsumstellung. Und ob es nicht vielleicht sinnvoller wäre, dies nicht mit aller Gewalt zu kombinieren, sondern schrittweise anzugehen?

  11. Also wenn du übergewichtig bist, ist auf jeden Fall das Kapha-Dosha aus dem Gleichgewicht! Außerdem wirst du wohl auch viel Kapha im Typ haben. Reine Rohkost ist für Kaphatypen aber nichts – sie brauchen warmes (leichtes) Essen. Ich hol mal mein Buch und schau mal für dich nach – Moment.

    Also, es wäre unerlässlich, den Stoffwechsel mit bitteren Kräutern und scharfen Gewürzen anzuregen, sich zum großen Teil von frischem Gemüse und leichtem Getreide zu ernähren.

    Empfehlenswert: Spinat, Radicchio, Artischocken, Mungbohnen, Blattgemüse, Kohl, Zucchini, Auberginen, Karotten, rote Linsen, Mais, Gerste, Hirse. Chili, Pfeffer, Ingwer, Kurkuma, Hing.
    Indische und thailändische Küche. Vegetarische Ernährung.

    Nicht/weniger empfehlenswert: Milch, Ghee, Joghurt, alle Früchte (!), Eiscreme, Süßspeisen, alles Gebratene, Fettige und Schleimige. Kartoffeln, Spargel, Okra, Kürbis, Gurken, Nüsse, Zucker, Reis, Hafer, Salz.

    Vielleicht kann das ja helfen 🙂

  12. @ primimaus:
    Na klar sind es zwei Bereiche – Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion. Wenn man auf gesunden Wege abnehmen will, dann bedingen die beiden Geschichten sich doch, oder?
    Und bei mir steht Gesundheit über allem. Klar will ich abnehmen – aber nicht wie viele andere mit Hungerkuren oder Kalorien zählen. Ich möchte wirklich meinen Lebensstil dahingehend ändern, dass ich an einem Tag x schlank, zufrieden, gesund, ausgeglichen und glücklich bin.
    Das ist ein hartes Stück Arbeit ,,, das klappt nicht sofort, und ich muss wohl auch Rückschläge einstecken. Nichts desto trotz bin ich mir sicher, dass es sich lohnt zu kämpfen.
    Aber, jaaa, ich denke, etwas mehr Fette wird es jetzt erst mal wieder geben 🙂

    @ Lotti:
    Danke, dass du dir die Arbeit gemacht hast, in deinem Buch nachzuschauen. Das ist total lieb von dir.
    Aber ich hab mich mit dem Thema noch nie auseinander gesetzt. Und ich könnte nie auf Früchte verzichten. Die sehe ich als Hauptnahrungsmittel. Und selbst wenn nicht – keine Kirschen? Keine Erdbeeren? Keine Äpfel? Himbeereis? Green Smoothies? Woooh, das ist so undenkbar.
    Und die Sachen machen mich auch nicht dick. Eiscreme, Süßspeisen, alles Gebratene, Fettige und Schleimige trifft es da schon eher. *g*

  13. …würd ich jetzt nicht so absolut sehen. Aber Bananen und Datteln sind nicht grad das Mittel der Wahl. Äpfel dagegen fördern Vata, die Leichtigkeit. Die also schon eher. Und auf die Menge kommt es natürlich auch an.

    Smoothies sind doch aus grünem Blattgemüse, oder nicht?

  14. Richtig. Und dazu in der Regel mit süßen Früchten – besonders beliebt natürlich Mango und Banane. Die sind so intenisv, dass der Eigengeschmack der grünen Sachen überdeckt werden.

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich solchen pauschalen Empfehlungen glauben kann. Gibt ja auch die Blutgruppen-Diät oder ähnliches, die durchaus auf wissenschaftlichen Aspekten beruhen. Aber das ist doch immer so allgemein!
    Sollte der Körper nicht selbst wissen, was ansprechend auf ihn wirkt? Ich liebe zum Beispiel Gurken und hasse Fenchel, mag Spinat, Eisberg, Romana und Rucola viiiiel lieber als Feldsalat oder andere Salate, und könnte bei Oliven brechen. Ich denke, das alles will mir irgendwas sagen. Was mir partout, auch nach vielen Versuchen, nicht schmeckt, das wird für meinen Körper zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht das richtige sein. Ist es nicht intelligenter, so an die Sache ranzugehen? Alles Wissen in die zweite Reihe zu stellen, und tief in sich hineinzuhorchen.

    Ich bin übergewichtig, also bin ich dieser oder jener Typ … na ich weiß nicht. Ich war ja noch nicht immer übergewichtig. Ich bin es geworden, weil ich Schubkarren-weise Süßigkeiten und Fast Food verspachtelt habe. Heißt für mich folgerichtig: Darauf bitte verzichten und durch natürlichere Lebensmittel ersetzen. Ich sehe nicht, warum der Verzicht auf meine heißgeliebten Gurken oder Datteln mich da weiterbringen sollten. Das ist, als würde man sich den Arm eingipsen, nachdem man sich das Bein gebrochen hat. Man sollte ja schon das Problem selbst an der Wurzel packen, und nicht mit irgendwelchen anderen Methoden umgehen.

    Trotzdem danke für den Hinweis. Ich merke mir alles, was man mir hier so nahelegt. Mag sein, dass ich irgendwann wirklich an einem Punkt ankomme, an dem ich mich für solche Geschichten mehr öffnen kann. Manchmal brauchen Erkenntnisse ja so ihre Zeit 😉

  15. Ayurveda ist ja gerade NICHT pauschal, sondern immer völlig individuell. Ich hab jetzt halt mal nachgeschlagen bei der entsprechenden Störung, die ich natürlich nur vermute – es kann natürlich noch mehr aus dem Gleichgewicht sein.

    Dass der Körper eben nicht wirklich weiß, was für ihn richtig ist, siehst du ja, wenn du mal die Menschen anschaust 😉
    Wäre es so, würde niemand Industriefraß auch nur anschauen!

    Davon abgesehen habe ich noch nicht eine Person im Leben getroffen, die „instinktiv“ richtig kombinieren kann, ohne dass Verdauungsstörungen entstehen. An diese Empfehlungen, die funktionieren, kann man sich also nur halten, wenn man sie kennt.

    Ayurveda ist die Wissenschaft von Gesundheit und langem Leben, ein großer Teil macht die individuelle Ernährung davon aus. Ayurveda kommt von Gott und die Vedas exisitieren nicht einfach ohne Grund, oder weil sie niemand bräuchte 😉

    Wenn du sagst, du liebst Gurken (diese fördern Kapha), dann hat das seine Gründe: Der Körper will damit ganz offenbar seinen Kapha-Anteil erhöhen bzw. so hoch halten. Bei Übergewicht ist die Kaphastörung ja schon manifest. Es gibt Gründe und Ursachen dafür, und ohne diese zu beseitigen, ist es natürlich sehr schwierig.

    Nur weil jemand anders ein paar Sätze mal im Internet darüber schreibt, kann man natürlich nicht erwarten, dass man gleich den gesamten Ayurveda versteht! Man bekommt meist nicht mal überhaupt so den Hauch einer Ahnung davon. Ich bin ja auch keine totale Expertin dafür. Vielleicht sollte man sich dafür dann besser einen Therapeuten vor Ort suchen, der das dann persönlich und ganz genau, mit allem Wissen über den Patienten, angehen kann.

  16. Doch es gibt Menschen, die instinktiv richtig kombinieren: Kinder.
    Die Kinderärztin Clara Davis hat in den 20ern oder 30ern verschiedene Versuche (über 2-6 Jahre) durchgeführt, und konnte zeigen, wie Kinder aus dem Gefühl heraus immer alles richtig gemacht haben, wenn ihnen eine große Bandbreite an natürlichen Nahrungsmitteln zur Verfügung gestellt wurde.
    Zeitweise wurden bestimmte Nahrungsmittel häufiger gegessen, als andere. Ein Junge war dabei, der auf Lebertran Appetit hatte (bäh!) und sich rausstellte, dass er Rachitis hatte. Ein anderes Kind hatte immer nur Lust auf saure Sachen. Man hat dann festgestellt, dass es zu wenig Magensäure produziert, und es versucht, damit auszugleichen.

    Ich finde das auch immer so faszinierend bei Silkes kleiner Tochter, die von Geburt an roh lebt. Sie hat zeitweise sehr viel Fett gebraucht, und jetzt ist das Bedürfnis zurückgegangen, und sie greift instinktiv zu anderen Sachen.

    Auch in der Schwangerschaft meldet sich der Körper mit Gelüsten – nicht ohne Grund.

    Ich meine, klar, Industrienahrung bringt das irgendwie alles aus dem Gleichgewicht. Biete einem Kind Schokolade und Pommes an, und es wird dir sicher nicht nach ein paar Monaten sagen, dass es genug davon hat. Das ist ja das Tragische. Denaturierte Sachen machen unseren Instinkt kaputt. Und kaum jemand kann sich davon lossagen, weil die meisten von uns ja bestimmt nicht das Glück hatten, nur mit natürlichen und möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln aufzuwachsen. Wir müssen uns eben mit Logik behelfen.

    Ich möchte hier nicht über Ayurveda urteilen, wirklich nicht! Das hat sicher alles so seine Berechtigung. Es liegt nur an mir, dass ich noch nicht soweit bin, mich diesen Themen auch zu öffnen … weil ich mit mir kämpfe, überhaupt erst mal von der Sucht nach Industrienahrung loszukommen. Da möchte ich mir nicht auch noch bei natürlichen Sachen Verbote aufstellen. Außerdem bin ich noch zu überzeugt, von Dr.Grahams Ansatz, und nicht bereit, den aufzugeben.

    Aber man lernt ja nie aus; und irgendwann kommt vielleicht auch bei diesen Themen die richtige Zeit für mich.

  17. Ich kenne diese Geschichten mit den Kindern. Aber da geht es nicht ums Kombinieren, sondern um die Auswahl von Speisen. Etwas völllig anderes. Wie kombiniert wurde, wird da nicht gesagt. Dass der Körper sagt, was er braucht, ist ja auch nichts neues und nicht verkehrt, solange die Auswahl der Nahrungsmittel keinen Müll einschließt, aber da sind wir uns ja einig 😉

    Was der Körper allerdings nicht kennt, darauf kann er keinen Heißhunger entwickeln. Gibt da so ein schönes Buch, hab ich seit Jahren schon, „Heißhunger ist gesund“ und geht genau um dieses Thema bzw. ist mehr ein Nachschlagewerk zu den Mikronährstoffen in den Lebensmitteln. Das ist eine andere Betrachtungsweise als die des Ayurveda; eine chemische Betrachtungsweise. Nahrung ist aber mehr als bloße (Bio-)Chemie, sie hat Information (siehe Popp) – und das zu verstehen und wie sie wirkt, das ist dann Ayurveda. Dafür muss man nichts im Reagenzglas auseinandernehmen – es handelt sich also mehr um eine praktische Wissenschaft. Sie ist so subtil und offenbar dem „westlich verdorbenen Geist“ so zuweilen schwer verständlich, dass nichtswissende Großmäuler dieser Zeit darüber hochmütig lachen, wenn man z.B. sagt, dass verschiedene tierische Eiweiße sich nicht zusammen vertragen.

    Es geht im Ayurveda nicht um Verbote, sondern um Gebote. Die für einen passende Nahrung benötigt ja logischerweise auch keine Verbote, weil sie genau das liefert, was man braucht und dann auch keine Gelüste entstehen.

    Dr. Grahams Ansatz kannst du doch wunderbar mit Getreide und Gemüse und passenden Obstsorten vereinen, oder nicht? Ich sehe da kein Problem.

    Wegen der Industrienahrung weiß ich nicht… wie kommt die denn überhaupt in deine Bude? 😉
    Also ich komm ja nie in die Verlegenheit sowas essen zu können, einfach weil es nicht da ist. Vielleicht ein Ansatzpunkt auch für dich?

    Vielleicht fehlen aber auch einfach noch Mineralien oder andere Mikronährstoffe. Der Heißhungertest zu dem oben erwähnten Buch kann da auch Aufschluss geben: http://www.heisshungertest.de

    Ich versuche es demnächst mal mit „Schindeles Mineralien“, einfach weil ich Nährstoffe allgemein nicht so gut aufzunehmen scheine. http://www.zeitenschrift.com/magazin/70_Schindeles_Mineralien-Heute_schon_einen_Stein_gegessen.ihtml
    Mal schauen, ob ein Unterschied spürbar ist oder ob die gar nicht aufgenommen werden können…

  18. huhu @Biofee: Du wirst es nicht glauben, aber ich habe mir auf deine Empfehlung das Jon Gabriel-Buch geholt! Ich habs zur Hälfte schon durch – und auch wenn ich nicht in allen Punkten zustimme, finde ich es gut, wie er an die Sache rangeht: z.B. erstmal die Psyche klar kriegen bevor man was anderes versucht und dass strenge Diäten nix bringen (nix Gutes jedenfalls), sondern dass man langsam ganz alleine zu gesunder Ernährung finden kann (so ging es mir jedenfalls, mir schmeckt ganz anderer Kram als früher und ich freue mich immer an den vielen Farben und Texturen von pflanzlicher Nahrung…) usw.

  19. @ windimhaar: nun, ich denke schon (und weiß) dass rein ernährungstechnisch gesehen Vollkorn mehr Sinn macht als Weißmehlprodukte, die dem Körper die fehlenden Nährstoffe zur Verarbeitung noch entziehen müssen. Es gibt durchaus einen Unterschied, es muss ja kein feingemahlenes Mehl sein, aber das ganze Korn (Gerste z.B.) ist eben ein Unterschied. Und wenn du sagst, dass für dich nichts sicher ist, wie willst du dann leben? Jeder braucht etwas Sicherheit und du bist noch etwas durcheinander, das ist auch ok, nur musst du dir die Zeit geben, auszuprobieren….

  20. Ok, Vollkorn ist natürlich besser als Weißmehl. Aber nicht für mich. Ich lehne beides ab. Vollkorn ist doch nur in Deutschland so krass verbreitet – wir haben hier ne riesige Lobby. Letztlich ist es aber trotzdem schwer verdauliches Getreide, das auf mineralarmen Böden hochgepäppelt wird, und eine große Menge an Gluten enthält. Das ist nichts für mich. Wenn es anderen damit aber gut geht – okay, warum auch nicht?

    Etwas Sicherheit habe ich: Ich weiß, dass Bio-Obst und Bio-Gemüse top sind. All die anderen Dinge stelle ich in Frage.
    Ich meine, brauchen wir Vollkorn? Oder Milch? Oder Fleisch? Oder Getreide allgemein? Nein. Brauchen wir Obst und Gemüse um uns wohl zu fühlen? Ich finde, ja.

    • Sich „wohl zu fühlen“ ist eine sehr subjektive Erfahrung. Aufgrund meiner Tabellen und Recherchen zum Thema Nährstoffvorkommen in pflanzlichen Lebensmitteln bin ich schon der Meinung, dass Vollkorn und Hülsenfrüchte für uns sehr wertvoll sind. Aber ich sehe schon, du bist sehr auf diesen raw-trip und da ich mich in der Hinsicht noch nicht reinrecherchiert habe, kann ich darüber auch nicht diskutieren, sondern nur mit meinen derzeitigen Wissensstand argumentieren. Du machst das schon! 🙂

  21. Nein, ich bin nicht auf dem raw-Trip. Ich esse nur kein Gluten – bzw. wenn, dann sind es Ausnahmen wie bei Industriezucker. Hirse, Amaranth, Reis, Quinoa, Hafer und Buchweizen sind okay für mich – auch gekocht.
    Ob Gluten nun schädlich oder „egal“ ist, ja, darüber streitet man sich auch. Deswegen kann ich mich in diesem Fall nur auf meinen Wohlfühlfaktor verlassen, der mir nicht nur sagt, dass ich es nicht brauche, sondern, dass ich mich ohne sogar besser fühle.
    Aber das muss jeder selbst für sich herausfinden … und dann nach seinem eigenen Gusto leben. Allgemeingültigkeit gibt es wohl auch hier nicht 😉

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