Noch einmal PETA

Mein PETA-Artikel hat doch für ein bisschen Wirbel gesorgt, was ich so, ehrlich gesagt, gar nicht vermutet hätte. Ich hatte immer den Eindruck, dass es in der veganen Szene „in“ wäre, gegen PETA und deren Ideen zu wettern. Mir ist nie aufgefallen, dass da groß Kontra gelaufen wurde.

Gegen mich haben sich aber nun Blogger abgewandet, ich habe erboßte E-Mails bekommen, Michaela hat noch mal einen Artikel zum Thema geschrieben (in dessen Kommentaren ich auch mit zwei Herren diskutiere bzw. diskutiert habe), und irgendjemand hat sogar bei PETA „gepetzt“, sodass ich auch von der Seite kontaktiert wurde (in einem sehr höflichen und respektvollen Ton sei jedoch dazu gesagt).
Ich habe mich deshalb entschlossen, noch mal etwas dazu zu schreiben.

Denn ja, es gibt zwei Dinge, die vielleicht wichtig sind, wenn man sich eine objektive Meinung zu den Vorwürfen bilden will, und die ich in meinem letzten Artikel aufgrund von fehlenden Informationen so nicht herausarbeiten konnte.

    1. PETA USA vs. PETA Deutschland


    Obwohl es sich um eine Organisation mit gemeinsamen Namen und gemeinsamen Zielen handelt, wurde mir mitgeteilt, dass PETA Deutschland ein eigenständiger, rechtlich unabhängiger Verein ist.

    Zudem herrscht in Deutschland eine ganz andere Situation. Bei uns gibt es kaum Straßenhunde; PETA sieht sich daher auch nicht in der Verantwortung, hier weitläufig mit solchen Methoden vorzugehen.

    2. CCF – Center for Consumer Freedom

    Die Webseite petatotettiere.de wird von einer Organisation betrieben, die sich Center for Consumer Freedom nennt. Nach außen hin geben sie vor, sich für die Konsumenten und deren unabhängigen Entscheidungen einzusetzen. Man sollte aber wissen, dass dahinter große Unternehmen aus der Fleisch-, Getränke-, und Tabakindustrie stehen, deren Interessen natürlich teils mit denen von PETA im Konflikt stehen.

Mehr zu Begründugungen seitens PETA findet ihr hier:

Hat sich meine Meinung dadurch geändert? Nein!
Warum nicht?

Ein Fakt bleibt ein Fakt

Ein Fakt bleibt ein Fakt, unabhängig, wer diesen verbreitet. PETA hat nie bestritten, Tiere zu töten, und auch nicht die Quoten. Können sie auch nicht, denn es gibt staatliche Unterlagen, die das Ganze beweisen.
Warum sollte es also interessant sein, ob da jemand persönliche Interessen hat, gegen PETA vorzugehen, oder komplett unabhängig agiert? Das, was gesagt wird, stimmt ja trotzdem.

Wird wirklich alles getan?

Die Gegendarstellungen werden so ausgelegt, dass man den Eindruck bekommt, dass es sich wirklich ausschließlich um kranke und unvermittelbare Tiere handelt, die da eingeschläfert werden.
Gibt es dafür Beweise?
Will man uns ernsthaft Glauben machen, dass da kein Hund (oder keine Katze) durchs Raster rutscht? Kann es wirklich sein, dass von 1.992 Tieren, die 2011 in die Obhut von PETA gegeben wurden, 1.934 definitiv nicht mehr zu retten waren? Geht man nur aus Bequemlichkeit davon aus, dass diese Tiere ja sowieso keine Chance mehr auf ein neues Zuhause hätten, oder wurde WIRKLICH alles getan?

Ich meine, man könnte Youtube-Videos drehen, und die einzelnen Tiere vorstellen – ähnlich bei Marleys Mutts. Wenn man die Hunde kennenlernen kann, und einen Bezug zu ihnen bekommt, wären sie vielleicht selbst mit Handicaps vermittelbar.  Man könnte die Gelder für eine eigene PETA-Auffangstation verwenden. Oder, falls diese wirklich nicht reichen, zumindest neue Spendenaufrufe genau für diesen Zweck starten.
Man könnte alle Hebel in Bewegung setzen – irgendwas, nur nicht zur Spritze greifen. Das fehlt mir irgendwie. Dazu passt der Spruch: „Wer will, der findet Wege. Wer nicht wirklich will, der findet Ausreden.“

Auch Kampagnen, die durch emotionale Botschaften das Bewusstsein der Gesellschaft aktivieren, wären aus meiner Sicht sinnvoll. Videos über kranke, verwahrloste Hunde, die niemand will. Mitleid erregen. Die Leute noch aktiver motivieren, ins Tierheim zu gehen, wenn sie sich ein neues Tier wünschen.

Schizophren?

In dieser Aktion geht es darum, den Straßenhunden in der Ukraine zu helfen. Man bittet um Spenden, um Aufklärungsarbeit leisten zu können, den Tieren warme Unterkünfte vermitteln und Futter besorgen zu können. Das finde ich natürlich toll.
Aber: Warum sollte etwas in einem ärmlichen Land wie der Ukraine plötzlich möglich sein, was man in den Staaten (bzw. in Virginia oder North Carolina?) nicht realisieren kann? Unterscheidet sich die deutsche Organisation wirklich so sehr von der amerikanischen? Wenn ja, wie kann man beeinflussen, wohin die gespendeten Gelder gehen?
Oder kann es am Ende passieren, dass auch die Hunde in der Ukraine einfach getötet werden; nur mit sanfteren Methoden als von den Einheimischen?

Kostenloser Euthanasie-Service und Kastration

Bei der Rechtfertigung, warum Hunde getötet werden, wird immer wieder erwähnt, dass man mittellosen Hundehaltern mit leidenden und schwerkranken Hunden eine Einschläferung kostenlos ermöglicht. Nobel, aber was hat das mit den Straßenhunden zu tun?

Zudem wird immer wieder darauf verwiesen, dass Kastration das Mittel der Wahl sein muss, um solche Zustände zukünftig zu vermeiden. Vielleicht. Aber inwiefern hilft das den jetzigen Tieren, die heute umgebracht wird? Kann man eine Tat im Hier und Jetzt relativieren, nur weil man sich bemüht, dass sie in Zukunft nicht wiederholt werden muss?

Vergleich Tier-Mensch

Der Mensch-Tier Holocaust-Vergleich stammt von PETA. Und der Spruch „Eine Ratte ist ein Schwein ist ein Hund ist ein Junge“ von der PETA-Gründerin. PETA vergleicht also gern mal Menschen und Tiere. Okay.
Dann bitte verzeiht mir diese geschmacklose Parallele: Wenn sich das, was PETA mit den Hunden macht, auf Menschen übertragen ließe, was würde das wohl für aidskranke Waisen in Afrika heißen? Oder alte, pflegebedürftige Menschen ohne Verwandtschaft? Ist da auch Sterbehilfe und Kastration bzw. Sterilisation das Mittel der Wahl?
Während des Weltkriegs wurden übrigens in der Tat auch schwer behinderte Kinder „euthanasiert“.

Ich weiß, das ist geschmacklos! Daher: Wenn man Tier und Mensch schon gleichsetzt, und den Vergleich mit dem Nationalsozialismus zieht, dann sollte man sich auch für die Einhaltung gewisser Werte einsetzen.

Totstreicheln

Viele Veganer sind selbst gegen Verzehr von streng kontrolliertem Biofleisch von glücklichen und artgerecht gehaltenen Tieren. Warum? Ihr Argument ist, dass auch diese Tiere nicht totgestreichelt werden, und jedes Tier das Recht auf Leben hat. Stimmt.
Auch die Straßenhunde werden nicht tot gestreichelt, und sie wollen leben!
Die Gesellschaft hat versagt, und sie sind da. Also sollte man zu seiner Verantwortung stehen und Mittel und Wege finden, und nicht durch ein Hintertürchen versuchen, die Straßen zu säubern.
Egal wie schmerzlos der Tod ist (wobei man auch hier nicht weiß, wie gut die einzelnen Mitarbeiter ausgebildet sind, oder wie sanft sie tatsächlich dabei vorgehen): Man spielt Gott und beendet ein Leben, obwohl man sich etwas anderes auf die Fahne geschrieben hat.

Keine Verleumdung

Ich möchte noch einmal deutlich machen, dass das hier keine Verleumdung ist, und keine Verbreitung von Falschaussagen. Es ist lediglich meine Meinung.

Das heißt nicht, dass ich PETA generell nutzlos und überflüssig finde, oder dass sie nicht teils wertvolle Öffentlichkeitsarbeit leisten, und viele Dinge erreicht haben und sich weitere lobenswerte und unterstütungswürdige Ziele setzen.

Es heißt lediglich, dass ich selbst enttäuscht bin, und mich in dieser einen Angelegenheit frage: Das ist alles? Wo bleibt da die Leidenschaft? Wo bleibt da der Wille, Unmögliches möglich zu machen.

Ich gebe auch gern zu, dass es immer einfach ist, zuhause auf dem Sofa zu sitzen, nichts zu tun, und mit dem Finger auf andere zu zeigen, die sich bemühen. Immerhin wird überhaupt was getan – und vielen PETA-Aktivisten gilt auch mein Respekt.

Trotzdem würde ich mir wünschen, dass man mehr Integrität beweist, Lösungen außerhalb von Kastrationen sucht, und damit denen hilft, die jetzt nun einmal da sind.
Dass ich wutentbrannte E-Mails bekomme, zeigt mir eigentlich nur, dass ich einen wunden Punkt getroffen habe. Denn kein Tierschützer will, dass Tiere sterben. Das darf man ruhig zugeben – und sich meinetwegen auch als PETA Deutschland-Anhänger gegen das, was in den Staaten passiert, einsetzen. Unabhängigkeit zeigt sich schließlich nur dort, wo sie auch gelebt wird, oder?

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19 Gedanken zu “Noch einmal PETA

  1. Nur kurz zu Deinem Eingangssatz hier:

    „Ich hatte immer den Eindruck, dass es in der veganen Szene “in” wäre, gegen PETA und deren Ideen zu wettern.“

    Nur schon das zeigt ja wie traurig es ist: Wettern gegen Peta. Warum? Man kann gegen einzelne Dinge sein, die Peta tun. Man kann auch gewisses hinterfragen oder kritisieren. Aber warum sollte man als Veganer gegen Peta wettern? Zumal ich wettern eher mit Stammtisch, Bier und Fleischessern in Verbindung bringe 😉

    Und dass es „in“ sein soll gegen Peta zu wettern? Wow, traurig.
    Nobody is perfect. Aber ohne Peta wären wir arm dran.

  2. Ich sehe das ja ähnlich. Wie gesagt, ich hab in der Vergangenheit nie irgendwas auf sie kommen lassen – sie sogar an dieser Stelle verlinkt.
    Aber meist habe ich es so wahrgenommen – egal, was PETA geplant hat, irgendwo wurde gelästert. Besonders über diese Porno-Geschichte. Ich hatte immer den Eindruck, dass alteingesessene Veganer und/oder Tieraktivisten die Organisation eher belächeln.
    Deshalb war ich ja überrascht, nun aus allen Ecken unterstützende Stimmen zu hören.

  3. Ich bin kein alteingesessener Veganer, vielleicht daher 😉
    Aber ich befasse mich schon lange mit Tierschutz und finde, es reicht halt nicht nur, böse Leserbriefe zu schreiben. Manchmal muss man auffälligere Aktionen machen und da ist Peta einfach klasse! Desweiteren ist Peta eine der wenigen Tierschutzorgas die klar zum Veganismus steht, was sie für mich unterstützungswürdiger macht als manch andere Orga.

  4. Ich habe beide Einträge gerade gelesen und bin auch überrascht, über das was bei Peta, sei es nun in den USA oder sonst wo – geschieht. ich bin aber ehrlicherweise gesagt nur mittel-ensetzt. Ich glaube, es ist falsch, über Peta zu wettern, das Problem entsteht doch viel früher, wenn Menschen ohne jegliches Verantwortungsbewusstsein und Gefühl ein Tier bei sich aufnehmen, dann merken, dass es nicht in ihr Leben passt und es wieder loswerden wollen.Hier muss etwas unternommen werden. Denn selbst die engagiertesten Tierschützer können dieses Fehlverhalten der Menschen nicht mehr ausgleichen. Ich wohne in Dubai und hier gibt es sehr viele Leute, die sich aufopferungsvoll für Straßenkatzen und Hunde einsetzen, aber am Ende werden die Tiere dann doch oft eingeschläfert, aus den verschiedensten Gründen, aber oft ist es eben so, dass die neuen Besitzer mit einem traumatisierten Tier nicht zu Recht kommen, egal, wie viel Mühe man sich bei der Vermittlung gegeben hat. Leider gibt es nur eine kleine Menge Menschen, die bereit sind, sich auf ein Tier einzustellen und tatsächlich ihr Leben an die Bedürfnisse des Tieres anzupassen. Die Tiere werden zurückgegeben und schließlich eingeschläfert. Für Tierliebhaber eine schier unerträgliche Sache, aber umso mehr denke ich, man muss zu allererst etwas gegen Tierhandlungen (in Asien weit verbreitet) und Züchter unternehmen, die mit Hunden und Katzen schnelles Geld machen wollen, damit es eben erst gar nicht so weit kommt, dass Peta oder wer auch immer, die Tiere einschläfern muss…

  5. Ganz ehrlich gesagt: ich finde Deine beiden Artikel zu diesem Thema einfach sehr naiv und von Unkenntnis, was diesen Bereich des Tierschutzes anbelangt, zeugend.

    Ich arbeite seit längerem ehrenamtlich als Pflegestelle, nehme Hunde auf, die oft aus unseren europäischen Nachbarländern stammen, und versuche, sie in ein schönes Zuhause zu vermitteln.

    Eine solche Situation, wie sie in Teilen der USA der Fall zu sein scheint, lässt sich einfach nicht nur durch Vermittlungen lösen. Es sind einfach viel zu viele Tiere – und für jedes, das du von der Straße holst, „rückt“ sofort ein anderes nach.

    Wenn PETA Kastrationsaktionen durchführt, tun sie genau das richtige. Ebenso wichtig ist Aufklärung… es in die Köpfe und Herzen der Menschen bringen, dass man einem treuen Hund auch selbst Treue schuldet, wenn er alt oder krank geworden ist… dass es nicht okay ist, einen Welpen als Spielzeug für die Kinder anzuschaffen, und wenn dieser erwachsen geworden ist, ihn durch einen neuen Welpen zu ersetzen etc. Da geht es aber um ein Umdenken und Veränderungen über lange JAHRE hinweg!

    Wenn PETA bis dahin Hunde, die offenbar in einer Situation sind, wo nichts als ein schmerzhafter und grausamer Tod auf sie wartet, stattdessen schnell und schmerzlos einschläfert, dann ändert das nichts an der traurigen Situation an sich… Aber die Arbeit von PETA stellt in der Tat in meinen Augen eine Verbesserung für die Hunde dar…

    Ist es denn wirklich Dein Ernst, dass Hunde immer noch besser jahre- oder gar ihr ganzes Leben lang eingesperrt bleiben sollen, als dass man sie tötet? Hast Du irgendeine Vorstellung davon, was mit Hunden passiert, die jahrelang in einem winzigen, kahlen Zwinger hocken? Sie werden wahnsinnig. Sie laufen auf ihren anderthalb Quadratmetern immer im Kreis herum, immer im Kreis herum. Sie hocken in einer Ecke und starren ins Leere mit Augen, die bereits tot sind. Glaube mir: ein schneller, schmerzloser Tod ist WEIT gnädiger als das…

    Und wenn das so einfach ist, Tausende von Hunden zu vermitteln… Wieviele Hunde hast DU denn bereits adoptiert und so vor dem Tod bewahrt?

  6. Hallo Sandra. Erstmal Respekt für deine tolle Arbeit.

    Zu deine Fragen:
    Ja, ich finde es auch richtig, leidende und nicht mehr zu rettende Hunde zu erlösen. Aber nein, ich finde es nicht besser, einem Tier den Tod zu schenken, weil es sonst womöglich noch Jahre in der Gefangenschaft verbringt. So dürfen viele denken, aber von einer veganen Organisation, die Mensch und Tier gleichsetzt, erwarte ich mehr.
    Lass mich naiv sein, aber ich denke, es schadet nie, kritische Fragen zu stellen. Zum Beispiel. warum einer Masse an Hunde in der Ukraine mit Futter, warmen Unterkünften pipapo geholfen werden soll und kann, anderen jedoch nicht.

    Zu der letzten Frage: Meine Familie hat einen Hund aus schlechten Verhältnissen gerettet. Das eine hat mit dem anderen aber nicht wirklich was zu tun. Nur weil man nicht für Afrika spendet, oder kranke Kinder adoptiert, heißt es ja auch nicht, dass man deshalb will, dass sie sterben. Auch nicht aus Barmherzigkeit. Was falsch ist, bleibt trotzdem falsch. Ich kann zumindest so viel sagen, dass noch nie einem Hund Schaden zugefügt, oder ihn getötet habe – und so etwas auch nicht indirekt durch Spenden finanziert habe.

    Ach, und ich habe nie behauptet, dass es einfach wäre. Im Gegenteil. Aber weißt du, was ich glaube, was einfach ist? Die Tiere, und damit das Problem einfach wegzuspritzen. Und so schön kostengünstig…

  7. Ich glaube, der Streitpunkt liegt im Gegensatz zwischen Theorie und Praxis, zwischen Prinzip und Umsetzung.
    Liebe windimhaar, deine Schlussfolgerungen sind richtig, wenn jemand Tiere mit Menschen gleichsetzt, dann kann er sie auch nicht umbringen, egal was die Umstände sind, genau wie er keinen Menschen töten darf (Sterbehilfe ist immernoch illegal hierzulande – in den USA bis auf zwei Bundesländer ebenfalls.) Das meine ich mit Prinzip. Und natürlich ist es absolut nachvollziehbar, dass deine Menschlichkeit und dein Mitgefühl es verlangt, dass alle Hebel in Bewegung gesetzt werden um den armen Tieren irgendwie zu helfen.
    Auf der anderen Seite steht die Realität, die Umsetzung dieser Prinzipien. Da stehen dann also die Tierschützer vor der Sisyphos- Aufgabe, Tausenden von Tieren tagtäglich helfen zu wollen, ihnen aber oft letztendlich nur beim Leiden zuzusehen. Jeder, der ein Haustier hat und erlebt hat, wie es mal krank wurde und ganz offensichtlich litt, der kann sich vielleicht vorstellen, wie es einem die Kehle zuschnürt – es ist absolut unerträglich und man MUSS etwas tun. Und wenn der Tierarzt sagt, es kann nichts mehr getan werden, das Tier wird einfach ewig weiter vor sich hinvegetieren, dann trifft man als Halter vielleicht eben diese Entscheidung, es erlösen zu lassen. Auch PETA USA sind Tierschützer und – liebhaber und es ist merkwürdig, anzuweifeln, dass sie diese Entscheidung leichtfertig treffen würden ohne alle Register gezogen zu haben. Ich finde es einfach extrem schwierig, von hier aus diese Organisation, diese Menschen zu beurteilen, ohne dass man selbst gesehen hat, erlebt und gefühlt hat, wie es ist, sich um diese Tiere zu kümmern und zu versuchen sie zu vermitteln und dabei immer wieder scheitert. Wie gesagt, das ist eine theoretische Diskussion. Die Wirklichkeit ist dabei immer ein bißchen anders.

  8. Um es einmal vorwegzusagen. Ich bin Tierschützer und kein Veganer.

    Zu PETA habe ich eine eindeutige Meinung: In erster Linie sind sie veganer, in zweiter Linie Tierrechtler und dann kommt lange nichts. Später folgt dann auch Tierschützer.

    Die meisten Medienaktionen gründen aus dem Tierrecht heraus um grundsätzliche Ziele zu erreichen. Diese Ziele haben veganen Ursprung, z.B. die Abschaffung von Tierhaltung in Menschenhand. Um dieses Ziel zu erreichen werden Tierschutzaktionen gewählt um die Bevölkerung nicht zu verschrecken und Mitleid zu erzeugen. Dies ist zwar legitim, aber auch etwas verlogen.

    PETA Deutschland mag zwar rechtlich ein eigener Verein sein, ist aber personell und ideologisch mit PETA Amerika verquickt. Wenn im deutschen Vorstand die Vorsitzende von PETA Deutschland auch die Vorsitzende PETA Amerika ist und ebenso der Schriftführer, dann sehe ich schon ein enger Zusammenhang. Wenn beide Vereine nur wenige Mitglieder, aber viele zahlende Förderer hat, dann sehe ich Gemeinsamkeiten.

    Wenn PETA kein einziges Tierheim unterhält und Millionen Dollar bzw. Euro für Medienarbeit ausgibt, dann hat das mit Medienarbeit für die Durchsetzung von veganem Leben, aber weniger mit Tierschutz zu tun.

    Wenn PETA das Töten von Straßenhunden im Ostblock angreift und medienwirksam vermarktet und selbst zehntausende, anvertraute Tiere in Amerika umbringt ohne überhaupt einen Vermittlungsversuch startet, dann ist das verlogen.

  9. @ Jane:
    Ich stimme dir weitgehend zu. Meine Vorstellungen und die Realität mögen weit auseinanderklaffen. Und von dort, wo ich bin, kann ich nur mutmaßen.
    Die vielen Berichte, die ich gelesen habe (auch von anderen englischsprachigen Seiten) deuten aber tatsächlich darauf hin, dass es sich nicht nur um totkranke Tiere handelt, sondern auch um solche, die man als nicht vermittelbar ansieht. Da kann es ja viele Gründe geben. Ist der Hund hässlich? Hat er ein Handicap? Ist er zu alt? Ist er nur eine schnöde Promenadenmischung? Usw.

    Letztlich stimmt es. Ich kann es nicht genau wissen. Aber ich sehe die Zahlen, ich sehe bestimmte Bilder, und ich zweifel. Auf der Homepage von „PETA tötet Tiere“ sind auch polizeiliche Fotos von Hundekadaver, die eingeschläfert, und anschließend durch PETA in Müllcontainern geworfen worden sind – auch Welpen. Auf den Bildern sehen sie normal aus – und auch ein Tierpathologe hat bestätigt, dass der Eindruck eines Hundes, den er zu Gesicht bekommen hat, ziemlich gut war. PETA selbst soll ähnlcihes gesagt haben, und sich mit einem „sie wären sowieso eingeschläfert worden“ gerechtfertigt haben.
    Die beiden Mitarbeiter wurden 2005 übrigens wegen Tierquälerei angezeigt. Und bestimmte Personen haben auch bestätigt, dass sie teils kerngesunde, junge und quicklebendige Tiere in PETA Obhut gegeben haben.
    Ich bleibe also so lange skeptisch, bis PETA Beweise vorlegt, das da wirklich kein gesundes oder nur leicht krankes Tier mit durchs Raster fällt.

    Was das Leiden zu beenden betrifft, bin ich wieder voll bei dir. Das finde ich wichtig und auch richtig.

    @ Gerhard:
    Ich danke dir!

    Ich sehe es ähnlich. Da sind all diese Gelder – überall Stände, überall Aktivisten. Und wenn es, wie in diesem Fall, darum ginge, wirklich aktiv zu werden, ließt man nur Sachen über Kastration und Schuld der Gesellschaft. So als wären die Tiere selbst das Problem, und würden, jetzt wo sie nun einmal da sind, nicht ausreichend wert geschätzt werden.

    Vielleicht ist das auch der Unterschied zwischen PETA und Tierschützern an sich. PETA hat dieses Bild von einer *perfekten* Welt, und nimmt Opfer in Kauf, um dahin zu gelangen. Tierschützer interessieren sich an erster Stelle erst einmal für JEDES Tier, dem sie helfen können.

    Die Abschaffung von Haustieren ist zwar eine Lösung, aber ob sie nun das beste für die Tiere (insbesondere für den Hund) sind, wage ich zu bezweifeln.

  10. Gut, in dem Fall geht es um die Glaubwürdigkeit deiner Quellen. Es ist wichtig und richtig, kritisch zu sein und Dinge zu hinterfragen, finde ich. Und wenn du da einige Punkte entdeckt hast, die bei dir Zweifel aufkommen lassen, ist es wichtig, dass du genau diese auch anbringst und Antworten verlangst (wie du es jetzt tust) anstatt generell zu verurteilen. Da wir beide leider nicht vor Ort sind und es nicht ganz genau wissen können, müssen wir uns auf Quellen verlassen. Und du musst einschätzen, wie glaubwürdig deine Quellen sind. Normalerweise sind neutrale Quellen die besten. Neutrale Quellen sind normalerweise die, die finanziell unabhängig sind, also z.B. staatlich finanziert.
    ich finde zum Beispiel die Sache mit den Straßenhundetötungen in der Ukraine skandalös aber was mich extrem misstrauisch macht, ist die Tatsache, dass ich keine der größeren, glaubwürdigeren Quellen des Themas angenommen hat, nur RTL und logischerweise die Tierschutzorganisationen, aber wo bleiben ARD, ZDF, ja nicht mal Spiegel Online hat was dazu gemacht. Sehr suspekt. Ist die ganze Sache eine Lüge? Wurde Druck ausgeübt seitens der UEFA?

  11. @windimHaar

    Ich finde die Kastration von freilebenden Tieren wichtig. So finde ich auch die Kastrationaktion von PETA für gut. PETA selbst sagt, dass sie bis 2010 ca. 57000 Tiere kastriert hat. Das ist gut, aber rechne dir mal die Kosten aus. Es ist nur ein minimaler Bruchteil vom Gesamtbudget dieser Organisation von über 30000000$. Alleine diese Summe macht deutlich, das es nur ein Deckmäntelchen ist.

    PETA Amerika erklärt, dass sie einmal ein Tierheim betrieben habe, es aber aus Kostengründen aufgegeben habe. Die Kosten sollen mehrere hundert Dollar pro Woche betragen haben. Auch diese Summe ist gemessen am Gesamtbudget ein Witz und bestimmt keine Begründung.

    PETA Deutschland betreibt auch kein eigenes Tierheim und das bei einem Budget von fast 3 Millionen Euro. Es werden über 600000€ an Gehälter ausgegeben und der Rest „für“ Aktionen. In den Kosten für „Aktionen“ sind auch noch einmal Verwaltungskosten und Geschäftskosten versteckt.

    Mir sind nur zwei Fälle in der Vergangenheit bekannt, bei denen Geld direkt bei einem Tier angekommen sind: In einem Tierheim in der Türkei sind ein paar Hundehütten aufgestellt worden und in der Ukraine sind Tiere kastriert worden. Hier bin ich mir aber auch nicht sicher.

    Tierschutz sieht anders aus.

  12. Jane, die Quelle habe ich von Anfang an angeben. Ich finde es zwar auch schade, dass dieser Verein nicht unabhängig ist, und gezielt nach Löchern bei PETA sucht, aber soweit ich das beurteilen kann, sind die Angaben korrekt. Ich meine, polizeiliche Bilder und staatliche Dokumente?
    Und von PETA bestritten wurde es ja auch nie.

    @ Gerhard:
    Wo solche Gelder bleiben, ist für den, der spendet, letztendlich immer ein ewiger Dschungel. Und ob die Spenden auch da ankommen oder genutzt werden, wo man sie am dringensten braucht, ist wohl immer die Frage. Ich denke, das ist nicht nur ein PETA-„Problem“, sondern ist immer dort präsent, wo Spendenorganisationen weltweit agieren und weltweit bekannt sind. Und natürlich auch dort, wo Gehälter gezahlt werden, und nicht alles über Ehrenämter läuft.

    @ Superfreak
    Und ich find’s toll, dass du nicht abschätzend wirst, obwohl ich weiß, dass du anders denkst 😉

  13. @windimhaar

    Stimmt. Das ist das Problem mit den Spendengeldern. Es gibt zu viel das im Dunkeln bleibt , und das es keine Transparenz gibt. Selbst beim Deutschen Tierschutzbund und auch bei PETA nicht. Übrigens auch bei WWF und Andere nicht.Ich würde es begrüßen, wenn sich gerade PETA hier von Anderen abheben würde.

    Besonders auf Grund des eigenen hohen moralischen Anspruch, den ja PETA für sich einnimmt.

    PETA schaut anderen Menschen auf die Finger und bügelt diese Menschen auch ehr entwürdigend runter. Da darf sich PETA nicht wundern, wenn andere das nicht auch machen. Ich finde das nicht falsch, sondern richtig, wenn andere genauso antworten.

    Falsch finde ich mit welcher Doppelmoral argumentiert und arbeitet.

  14. Ich bin durch die Seite „veggie-blogger-network“ auf deinen Blog gestoen und habe nun gerade sehr schockiert deine letzten 2 Beiträge gelesen. Seit ca. 4-5 Jahren lebe ich vegetarisch, verzichte auf Produkte aus Leder und Gelatine. Ich war immer ehrlich davon überzeugt, dass PETA eine gute Institution ist, die sich für Tiere einsetzt und gegen Tierquälerei vorgeht. Was ja auch zum größten Teil der Fall sein mag, aber ich lese nun zum ersten Mal von diesen Vorwürfen und bin wirklich shockiert. Wem kann man eigentlich heutzutage noch vertrauen, wo kann man sich sicher sein, dass man für eine gute Sache oder einen guten Zweck einsteht!?
    Klar wird es immer Tiere geben, die so schwer krank sind und so starken Leiden ausgesetzt sind und wirklich so qualvoll verenden würden, dass es vermutlich besser wäre, ihnen das Leid zu ersparen.
    Aber woher will ein Mensch genau wissen, was in einem Tier vorgeht? Woher nimmt ein Mensch sich das Recht heraus, zu bestimmen, ob ein Tier leben darf oder nicht? Wie du schon sagtest, wird das mit Menschen, die schwer krank sind genauso gemacht!?
    Mir wurden einmal mehr die Augen geöffnet… und das schlimme ist ja eigentlich auch, dass nicht PETA das aus den Tieren gemacht hat, sondern die Menschen.
    Trotzdem für mich keine Rechtfertigung dafür, dass sie Tiere töten.
    Ich kenne mich nun nicht so sehr in diesem ganzen Gebiet aus und habe auch wenig Hintergrundwissen, aber das zeigt mir nur einmal mehr, dass man selbst bei vermeintlich „tierfreundlichen“ Institutionen ein Auge darauf haben sollte, wie ihre Arbeit genau aussieht, sich zu informieren und nicht einfach nur die Augen zu verschliessen.
    Danke für diesen wirklich interessanten Beitrag, du hast eine Leserin mehr. 🙂

    Liebste Grüße

  15. Hallo Juli! Ich freue mich, dass du zu mir gefunden hast 🙂
    Ja, mir geht/ging es ähnlich wie dir. Ich bin keine PETA-Aktivistin, und habe mich nie intensiver mit deren Arbeit beschäftigt. Aber irgendwie war da so ein gewisses Grundvertrauen, dass sie es schon besser machen würden als der Rest. Gerade weil sie, wie Gerhard ja schon sagte, auch die anderen so extrem unter die Lupe nehmen und (ver)urteilen. Da ist es irgendwie schockierend – unabhängig davon, wie man es begründet.

    Ein tolles Blog mit wirklich schönen Fotos hast du da übrigens ♥
    Was für eine Kamera verwendest du?

  16. Auch Peta-Deutschland ist zwiespältig, da sie gegen alle Tierhalter treten und diese quälen bis aufs Messer. Dies betrifft aber nicht nur die Tierhalter (z.B. Landwirte), sondern ebenso deren Kinder, welche darunter zu leiden haben.
    Lest mal in http://www.stoppt-den-terror-gegen-unsere-tierhalter.de
    Warum wird darin Peta nicht genannt? Weil diese gegen fast jeden Kritiker mit Anwälten und kostenpflichtigen Unterlassungserklärungen vorgehen, welche schnell in die zigtausend Euro gehen. Durch deren Millionen an Spenden können die nahezu alle Kritiker mundtot machen. Selbst große Zeitungsverlage (z. Focus) waren davon schon betroffen und haben lieber unterschrieben und bezahlt, als es auf große Rechtsstreite ankommen zu lassen. Mit dieser Methode wurden schon viele Kritiker unter finanziellem Druck mundtot gemacht. Ich nenne dies eine sehr einseitige Meinungsdiktatur, womit eine kritische Meinungsvielfalt unterdrückt wird.

  17. Etwas zur Ergänzung:

    Auszug aus: http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Peta-Vorrang-fuer-Hunde-und-Heuschrecken

    Beobachter der Szene registrieren eine Radikalisierung. Da spricht der Chefideologe von Peta Deutschland, Edmund Haferbeck, von „Täterbranchen“, die die Menschen über ihren Umgang mit Tieren „belügen und betrügen“. Gegen sie gehe Peta knallhart vor, weil diese „Tiernutzer“ ihrerseits knallhart gegen Angriffe auf ihre ökonomischen Interessen reagierten. „Ein Leben wird für uns immer mehr wert sein als eine aufgebrochene Tür, ein zerstörtes Versuchslabor oder ein in Brand gesteckter Fleischlaster“, schreiben Haferbeck und Frank Wieding in ihrem 1998 erschienenen Buch „Operation Tierbefreiung – ein Plädoyer für radikale Tierrechtsaktionen“. „Der militante Kampf für die Tiere ist ein Eintreten für Gerechtigkeit.“ „Tiernutzer“ sind in den Augen von Tierrechtlern „Tiermörder“. Wissenschaftler, die Medikamente an Tieren testen, werden als Verbrecher angeprangert.

    Zu den Hundemorden in der Ukraine: http://www.dasbiber.at/content/hundemorde-der-ukrainetierschutz-20-amp-menschenhass
    Tierschutz führt zu Menschenhass !

    Auswüchse im Tierschutz
    …und wo bleibt die Menschlichkeit?
    http://www.onlinezeitung24.de/article/2476

    Ich bin ein großer Tier- und Menschenfreund. Das muß für mich in Balance bleiben und nicht in einseitigen Extremismus abgleiten. Das ganze Leid in dieser Welt kann keiner von uns auflösen. Jeder kann nur vor seiner eigenen Türe kehren und da helfen, wo man unmittelbaren persönlichen Zugang hat. Aber deswegen darf man nicht Tierhalter verurteilen, sondern muß mit denen auf Augenhöhe reden und versuchen diese mit sachlichen Argumenten zu überzeugen. Und es es ist wichtig dabei ein freundliches Lächeln nicht zu vergessen. Denn nur die Liebe heilt. Das sollte man bei allem persönlichen Engagement nie vergessen!

    Von einem, der den August liebt.

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