Vorbei mit der wöchentlichen Wiegerei

Gut, es ist jetzt wirklich nicht so, als hätte ich mich bisher jede Woche regelmäßig gewogen – und schon gar nicht habe mein Gewicht in letzter Zeit noch hier gepostet, aber ich hatte es immer vor.

Ich war der Meinung, regelmäßige Kontrolle wäre wichtig, und es wäre umso motivierender, wenn ich den aktuellen Stand der Waage jeden Freitag mit euch teile.

Dann bin ich aber aus dem Konzept gekommen und hatte keine Lust mehr, mich zu wiegen. Ein anderes Mal hat meine Waage nicht funktioniert, weil die Batterien leer waren. Dann wiederum habe ich mich mal bei meinen Eltern, mal bei meinen Großeltern und mal zuhause gewogen, und mir wurde immer etwas anderes angezeigt. Das Gewicht zuhause hat auch immer varriert, je nachdem, ob man sich um Bad oder im Wohnzimmer gewogen hat – obwohl der Boden überall gleich hart und eben war. Letztlich habe ich meine Waage wohl komplett geschrottet, denn trotz neuer Batterien geht nichts mehr. Frustrierend!

Dabei ist mir dann aufgefallen, dass mich das Ding eigentlich total unflexibel macht und so ziemlich überflüssig ist. Ja, ich möchte wissen, wie viel ich ungefähr wiege. Aber muss ich das wirklich jede Woche auf die Kommestelle genau schwarz auf weiß haben? Nein! Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, dann weiß ich auch so, wann ich abgenommen, und zugenommen habe. Das Körpergefühl ändert sich einfach und ich habe da oft eine gewisse Ahnung. Nicht ohne Grund meide ich das Ding manchmal instinktiv.

Ich habe keine Lust, mir ständig Gedanken zu machen, welche Waage nun richtig wiegt, wo ich neue Knopfzellen herbekomme, welcher Untergrund am geeignetesten ist und ob es sich bei den 200g, die ich von vorletzter zu dieser Woche abgenommen habe, um Wassereinlagerungen, Mageninhalt, Muskelmasse oder tatsächlich Fett handelt.

Ich möchte mir sicher sein, dass meine Abnahme voranschreitet und einen groben Überblick über die Zahlen auf der Waage erhalten. Aber das reicht mir auch alle 1-2 Monate.

Aus diesem Grund habe ich mich auch entschlossen, mich zukünftig komplett von einer Waage zu trennen und mich nur noch im Fitness-Studio zu wiegen bzw. wiegen zu lassen. Dieser regelmäße Check findet alle 6-8 Wochen statt; der erste kommenden Mittwoch.

Mein aktuelles Gewicht wird sehr wahrscheinlich zwischen 104 und 108kg liegen (ja, ich habe eine Menge zugenommen). So genau kann ich das nicht sagen, weil, wie bereits erwähnt, jede Waage anders gewogen hat. Ich werde mich überraschen lassen.

Das offizielle Ziel lautet um die 5 Kilo Abnahme pro Monat.

Stellt euch mal vor, wie berauschend und motivierend es sein muss, wenn ich mich nach 8 Wochen wieder auf die Waage stelle und alles so gelaufen ist, wie ich es mir vorgestellt habe! Das ist viel spaßiger, als dieses kleine Kleckerwiegen, und das sich still und heimlich nach einer größeren Mahlzeit auf die Waage zu schleichen und leise darüber zu fluchen, wieder 100g mehr drauf zu haben. So viel freier und … ja, fokussierter. Zielgerichteter.

Es geht nicht um die Grammzahlen – genauso wenig, wie es um den einen Schokoriegel oder den einen versauten Tag geht. Es geht ums große Ganze.

Unser Körper verändert sich nicht von heute auf morgen. Für mich macht es daher wenig Sinn, mich Tag für Tag oder auch Woche für Woche kritisch unter die Lupe zu nehmen. Wenn ich in 80% der Fälle „richtige“ Entscheidungen treffe, dann wird sich auf langer Sicht zwangsläufig eine Veränderung einstellen. Und es ist schön, diese dann in einem riesigen Paket geliefert zu bekommen.

Tschüss liebe Waage. Du bist ab heute nicht mehr mein Freund!

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2 Gedanken zu “Vorbei mit der wöchentlichen Wiegerei

  1. Oh, das kenn ich! Ich habe mich früher jeden morgen gewogen und mich viel zu viel an diesen ollen Zahlen orientiert. Bloß kein Kilo zu viel (oder in meinem Fall auch zu wenig) anzeigen! Na ja, z.Z. habe ich keine Waage und es ist irgendwie eine Wohltat, eine Befreiung. Gestern habe ich mich bei einer Freundin zum ersten Mal seit 1 Monat gewogen – und siehe da, immer noch bei meinem Idealgewicht. Man sollte mehr auf seine eigene körperliche Wahrnehmung vertrauen als auf Zahlen! 🙂

  2. Ich mache das auch so. Frau merkt ja an ihrer Kleidung, ob sie zu- oder abgenommen hat. Warum sich verrückt machen?

    5 Kilo im Monat ist aber auch nicht wenig. Steck das Ziel doch lieber weniger hoch. Das ist dann viel schmerzloser zu schaffen und auch besser für die Haut.

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