Mein Mason Jar ♥

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Ich liebe es abgöttisch und würde am liebsten nur noch daraus trinken, und es auch für alle anderen Zwecke missbrauchen. Hier im Bild zum Beispiel: Weizengras-Frischhalter.

Wenn ich genau drüber nachdenke, ist es eigentlich total doof 😉 Irgendwer hat irgendwann und irgendwo einmal damit begonnen, seine Smoothies und Säfte aus Mason Jars zu trinken und das Ganze zu fotografieren. Was passiert? Die gesamte Healthy Food Szene macht es nach und findet sich auch noch originell dabei. Und plötzlich wird so ein schnödes Einkochglas, zugegeben eines der schöneren, zum heißbegehrten Küchen-Accessoire.

Wir Menschen sind so komisch 😉 Aber ich kann mich ja auch nicht davon freisprechen.

Bier trinkt man aus Flaschen, Kaffee aus Henkeltassen, Sekt aus schmalem Glas mit Stiel und gesundes und frisches Zeug eben aus Schraubgläsern. Prost!

Momentaufnahmen #1

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Sonntagvormittag am Strand. Es ist warm, aber ansonsten ist das Wetter wechselhaft und ich werde immer wieder von einem Regenschauer überrascht. Ich beobachte die Fähren, die Möwen und die Surfer, trinke Kaffee und lese eine Klatschzeitungen. Soso, wir brauchen also eine Menge Eiweiß zum Abnehmen. Und Obst sollte nur gegessen und nicht getrunken werden. Ein paar Seiten weiter äußert man sich aber positiv über Kale Chips. Immerhin schwört Jennifer Anniston drauf.

Es geht mir gut. Nein, es geht mir super.

Wann immer man runter an den Strand geht, sind kleine Alltagssorgen wie weggepustet. Früher dachte ich immer, das hätte etwas mit dem weiten, unverfälschten Blick, der frischen Luft sowie Kinderlachen und dem Duft nach Sonnencreme zu tun. Urlaubsfeeling. Erinnerungen an früher. Zwar wird das sicher auch eine Rolle spielen, aber mittlerweile glaube ich, es liegt an der Energie. Am Strand ist man so ein wenig am Puls der Welt. Man sitzt oder liegt im warmen Strandsand – mitten in der Natur. Keine Stromleitungen, kein Beton, keine verbauten Landschaften. Der Körper ist direkt mit der Erde verbunden. Grounding. Auftanken.

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Auf den Weg nach Hause pflücke ich erst Brennesseln für einen leckeren grünen Smoothie, und stoße dann auf einen Mirabellenbaum. Im Graben liegen unzählige Früchte – nur wenige sind angeschlagen oder angefault, die meisten aber perfekt reif: süß und saftig. Der Zustand, in dem man Obst so gut wie nie in Supermärkten findet.
Ein schönes Gefühl, kein Geld ausgeben zu müssen und dafür auch noch etwas zu bekommen, von dem man weiß, dass niemand sich die Mühe gemacht hat, es mit Pestiziden zu verseuchen.

Endlich Uhu – und Schwimmen im Meer

uhu

Bald zwei Monate ist es her, seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Normaler Weise folgt nach so einer langen Pause ein ausführlicher Versagensbericht mit anschließender Kampfansage für die Zukunft.

Dieses Mal ist es anders. Denn Leute, ich habe es geschafft! Natürlich nicht geschafft-geschafft. Aber das geschafft, was seit über zwei Jahren mein erstes Ziel war – mein ersten Schritt in ein gesünderes Leben darstellen sollte. Ich habe die 100 endlich geknackt. Ein geradezu euphorisches Gefühl. Und ich muss auch zugeben, dass mir so ein bisschen die Tränen in den Augen standen.

Leider ist es aber nicht so, dass der berühmte Klick eingesetzt hat und ich plötzlich in der Lage war, fortan nur noch gute Entscheidungen zu treffen. Es war eher ein Radikalschritt. Aufgrund des tollen Sommer-Überangebots all dieser leckeren Obstsorten, habe ich mich dazu entschieden, tagsüber nur noch Obst zu essen und mir nur abends eine leichte, gekochte Mahlzeit zu gönnen. In den ersten 1-2 Wochen bedeutete dies, dass ich fast ausschließlich Wassermelonen gegessen habe. Es war toll! Aber dieses Geschleppe war auch anstrengend. In der Woche darauf bin ich dazu übergegangen, tagsüber einfach alles an Obst zu essen, was ich in die Finger bekommen konnte: Kirschen, Erdbeeren, frisch gepressten Orangensaft, Aprikosen, Bananen…

Aber es war nicht 80/10/10. Dazu habe ich einfach zu wenig gegessen. Obwohl ich überwiegend wirklich viel Energie hatte, habe ich an manchen Tagen auch gemerkt, wie der Kreislauf etwas absackte und ich zittrig wurde. Die Kilos purzelten nur so – insgesamt habe ich ca. 5 Kilo verloren. Meinte Tante behauptete sogar, es müssten mindestens 10 sein, was bedeutet, dass man es mir wohl auch ansieht. Freude! Natürlich konnte es so aber nicht weiter gehen. Verschiedene Feiern und Geburtstage haben mich wieder rausgerissen. Ich wollte zwar sofort dort weitermachen, wo ich aufgehört habe, aber das erwies sich als gar nicht so leicht.

Urlaub, Besuche, Spontantrips in Cocktail-Bars und Eisdielen oder auch ein ausgiebiges Frühstück am Strand:

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… führen allmählig dazu, dass ich den gleichen Pfad, auf dem ich mühsam nach oben gestiegen bin, wieder herunterrutsche 😦

Keine Angst, dieser Post wandelt sich nicht doch noch in einen Versagensbericht 😉 Es ist eher ein kurzes Update.

Ich stehe also hier, den Erfolg auf der einen Seite, die Unsicherheit, wie es zukünftig weitergehen soll, auf der anderen. Ich kann mich einfach für kein Ernährungskonzept entscheiden! Das eine ist mir zu teuer, das andere auf Dauer zu eintönig oder zu schwierig in der Umsetzung und das nächste zu fettlastig. Sich aus allem das Beste rauspicken, funktioniert auch nicht. Denn mit Tonnen an Bananen – und hinterher Rohkost-Nuss-Küchlein und Cashew-Sahne, nunja, wird mich auf Dauer sicher nicht erfolgreich sein lassen. Etwas genauer werde ich das wohl morgen oder übermorgen ausführen.

Was ist sonst noch so passiert?

Ich war das erste Mal seit 7 Jahren wieder im Meer schwimmen. Es war so befreiend, so wunderschön, einfach unbeschreiblich! All die Jahre habe ich mich von meiner Scham beeinflussen lassen. Ich glaube, ich habe es schon häufiger hier geschrieben: Es ist nicht so, als hätte ich kein Selbstbewusstsein. Aber eben genau deshalb – weil ich mir meiner Selbst und auch den Blicken anderer bewusst war und bin und mich in meiner Haut selbst nicht wohl fühle, habe ich irgendwie den Spaß daran verloren, mich einfach gehen zu lassen. Meine ganze Umgebung war mir zu deutlich und zu bewusst, als dass ich hätte loslassen können. Es mir mit einem Buch irgendwo unterm Sonnenschirm gemütlich zu machen, war da immer die bessere Alternative.

nachtbaden

Aber neulich Abend, es war fast dunkel, machte meine kleine Cousine den Vorschlag, Nachtbaden zu gehen, und ich stimmte zu. Es waren zwar noch ein paar Leute am Strand, aber es war mir egal. Ich bin einfach rein mit ihr, und war überrascht, wie erfrischend und gleichzeitig auch warm das Wasser war. Die Wellen waren so hoch, dass sie mich umgerissen haben, und hatten einen starken Sog. Es war anstrengend, immer wieder in die richtige Richtung zu paddeln, untergetaucht zu werden und wieder aufzustehen, aber es war so toll. Aufregend! Es hat etwas in mir bewegt, und mir nicht nur rein theoretisch, sondern wirklich hautnah gezeigt, dass es sich lohnt, für die Freiheit in meinem Körper – und damit auch in meinem Geist und meinem Leben zu kämpfen.

Um es mit den Worten von Dori zu sagen: „Einfach schwimmen,einfach schwimmen, einfach schwimmen schwimmen schwimmen…“