Endlich Uhu – und Schwimmen im Meer

uhu

Bald zwei Monate ist es her, seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Normaler Weise folgt nach so einer langen Pause ein ausführlicher Versagensbericht mit anschließender Kampfansage für die Zukunft.

Dieses Mal ist es anders. Denn Leute, ich habe es geschafft! Natürlich nicht geschafft-geschafft. Aber das geschafft, was seit über zwei Jahren mein erstes Ziel war – mein ersten Schritt in ein gesünderes Leben darstellen sollte. Ich habe die 100 endlich geknackt. Ein geradezu euphorisches Gefühl. Und ich muss auch zugeben, dass mir so ein bisschen die Tränen in den Augen standen.

Leider ist es aber nicht so, dass der berühmte Klick eingesetzt hat und ich plötzlich in der Lage war, fortan nur noch gute Entscheidungen zu treffen. Es war eher ein Radikalschritt. Aufgrund des tollen Sommer-Überangebots all dieser leckeren Obstsorten, habe ich mich dazu entschieden, tagsüber nur noch Obst zu essen und mir nur abends eine leichte, gekochte Mahlzeit zu gönnen. In den ersten 1-2 Wochen bedeutete dies, dass ich fast ausschließlich Wassermelonen gegessen habe. Es war toll! Aber dieses Geschleppe war auch anstrengend. In der Woche darauf bin ich dazu übergegangen, tagsüber einfach alles an Obst zu essen, was ich in die Finger bekommen konnte: Kirschen, Erdbeeren, frisch gepressten Orangensaft, Aprikosen, Bananen…

Aber es war nicht 80/10/10. Dazu habe ich einfach zu wenig gegessen. Obwohl ich überwiegend wirklich viel Energie hatte, habe ich an manchen Tagen auch gemerkt, wie der Kreislauf etwas absackte und ich zittrig wurde. Die Kilos purzelten nur so – insgesamt habe ich ca. 5 Kilo verloren. Meinte Tante behauptete sogar, es müssten mindestens 10 sein, was bedeutet, dass man es mir wohl auch ansieht. Freude! Natürlich konnte es so aber nicht weiter gehen. Verschiedene Feiern und Geburtstage haben mich wieder rausgerissen. Ich wollte zwar sofort dort weitermachen, wo ich aufgehört habe, aber das erwies sich als gar nicht so leicht.

Urlaub, Besuche, Spontantrips in Cocktail-Bars und Eisdielen oder auch ein ausgiebiges Frühstück am Strand:

strandfruehstueck

… führen allmählig dazu, dass ich den gleichen Pfad, auf dem ich mühsam nach oben gestiegen bin, wieder herunterrutsche 😦

Keine Angst, dieser Post wandelt sich nicht doch noch in einen Versagensbericht 😉 Es ist eher ein kurzes Update.

Ich stehe also hier, den Erfolg auf der einen Seite, die Unsicherheit, wie es zukünftig weitergehen soll, auf der anderen. Ich kann mich einfach für kein Ernährungskonzept entscheiden! Das eine ist mir zu teuer, das andere auf Dauer zu eintönig oder zu schwierig in der Umsetzung und das nächste zu fettlastig. Sich aus allem das Beste rauspicken, funktioniert auch nicht. Denn mit Tonnen an Bananen – und hinterher Rohkost-Nuss-Küchlein und Cashew-Sahne, nunja, wird mich auf Dauer sicher nicht erfolgreich sein lassen. Etwas genauer werde ich das wohl morgen oder übermorgen ausführen.

Was ist sonst noch so passiert?

Ich war das erste Mal seit 7 Jahren wieder im Meer schwimmen. Es war so befreiend, so wunderschön, einfach unbeschreiblich! All die Jahre habe ich mich von meiner Scham beeinflussen lassen. Ich glaube, ich habe es schon häufiger hier geschrieben: Es ist nicht so, als hätte ich kein Selbstbewusstsein. Aber eben genau deshalb – weil ich mir meiner Selbst und auch den Blicken anderer bewusst war und bin und mich in meiner Haut selbst nicht wohl fühle, habe ich irgendwie den Spaß daran verloren, mich einfach gehen zu lassen. Meine ganze Umgebung war mir zu deutlich und zu bewusst, als dass ich hätte loslassen können. Es mir mit einem Buch irgendwo unterm Sonnenschirm gemütlich zu machen, war da immer die bessere Alternative.

nachtbaden

Aber neulich Abend, es war fast dunkel, machte meine kleine Cousine den Vorschlag, Nachtbaden zu gehen, und ich stimmte zu. Es waren zwar noch ein paar Leute am Strand, aber es war mir egal. Ich bin einfach rein mit ihr, und war überrascht, wie erfrischend und gleichzeitig auch warm das Wasser war. Die Wellen waren so hoch, dass sie mich umgerissen haben, und hatten einen starken Sog. Es war anstrengend, immer wieder in die richtige Richtung zu paddeln, untergetaucht zu werden und wieder aufzustehen, aber es war so toll. Aufregend! Es hat etwas in mir bewegt, und mir nicht nur rein theoretisch, sondern wirklich hautnah gezeigt, dass es sich lohnt, für die Freiheit in meinem Körper – und damit auch in meinem Geist und meinem Leben zu kämpfen.

Um es mit den Worten von Dori zu sagen: „Einfach schwimmen,einfach schwimmen, einfach schwimmen schwimmen schwimmen…“

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6 Gedanken zu “Endlich Uhu – und Schwimmen im Meer

  1. Juchuuuuuu!
    Glückwunsch Du UHU! Egal, wie es weitergeht, es freut mich, dass Du diese Erfahrungen machen konntest. Sie werden Dich tragen und Dir ein Halt sein.
    Alles Gute!

  2. Das ist toll! Meine herzlichen Glückwünsche! Und im Meer geschwommen, wow. Das habe ich schon seit Jahrzehnten nicht mehr gemacht.

    Liebe Grüße
    Ute

  3. Hey, das ist ja der Hammer!!! Was für tolle Erlebnisse. Ich freue mich wirklich sehr für dich. Was muss das für ein berauschendes Gefühl gewesen sein, auf der Waage zu stehen und zu sehen, WOW, da geht was. Toll, wenn es dann auf ein mal Realität ist.

    Und Schwimmen im Meer – geil. 🙂 Ich bin echt stolz auf dich!! Tausend Herz-fass-Überwinde-Mut-Punkte!!!

    Ganz liebe Grüße
    Lissa

  4. Hej, schön von dir zu hören! Weiter so! Und das mit dem Nachtbaden klingt richtig toll!
    Jetzt würde ich am liebsten sofort ans Meer. Leider ist es von Berlin ein Stückchen und ich habe keine Auto zur Verfügung :/

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