21 Tage – Let’s give it a try!

Was für ein schöner Herbsttag! Die Sonne scheint aus allen Löchern und es ist mild. „Halloween und Meer“ steht in orangen Lettern am Strandaufgang. Am Boulevard spielt ein Mann Klavier. Mit einem heißen Soy Latte in der Hand, übrigens dem besten, den ich je getrunken habe, laufe ich runter zum Wasser und lasse mich treiben. Buntes Stimmengewirr, die Strandkörbe sind voll, Pferde traben langsam am Ufer entlang, Menschen liegen verteilt im Sand und fangen die letzten intensiven Strahlen dieses Jahres ein, Hunde tollen umher und vor einem kleinen Kaffeehäuschen wird um Schild von den Wellen umspült, auf welchem steht: „Glühwein. Der letzte vor Dänemark“

Ich laufe am Wasser entlang, ohne Ziel. Und fühle mich plötzlich super. So gut wie schon lange nicht mehr. Das passiert jedes Mal, wenn ich am Meer binDas Gedankenchaos löst sich auf, ein Gewicht wird von meinen Schultern genommen und ich kann einfach nur sein. Mich in den Augenblick hineinspüren. Und mich selbst und das, was ich mir vom Leben wünsche, ganz klar sehen.

Während ich so vor mir hinlaufe, und meine Barfußschuhe hin und wieder eine erfrischende Dusche von den Wellen abfangen, beginne ich nachzudenken. Ohne Groll, ohne Bedauern und ohne Wut, aber dennoch nicht ganz frei von Selbstkritik lasse ich die Schritte, die ich gegangen bin, seitdem dieser Blog existiert, Revue passieren.

Ich habe viel gelernt. Ich habe mich verändert. Ich kann behaupten, dass ich heute glücklicher bin, als noch vor 5 Jahren. Ich fühle mich freier und selbstbestimmter. Ich habe größere und buntere Träume und ich fühle mich ein stückweit bei mir selbst angekommen. Dennoch hat sich eine Sache nicht geändert: Noch immer hadere ich mit meinem gesundheitlichen Zustand – verbunden mit meinem Körpergewicht und meinen leider immer wieder schlechten Entscheidungen in Sachen Ernährung.
Ich habe viele Schuhe anprobiert und bin ein paar Schritte mit ihnen gelaufen. Ich habe mich auch in vielen Schuhen wohlgefühlt. Nur wenn ich sie nach einem harten Tag ausgezogen habe, um die Beine hochzulegen, bin ich mehr als einmal davon abgekommen, sie mir am nächsten Tag wieder überzustreifen. Und oftmals bin ich entlang des Weges auch kritisch geworden und habe mir zu viele Fragen gestellt, ob das, was ich hier tue, richtig ist.

Ist es richtig? Ich weiß es nicht. Aber was ich weiß: Nur ich kann es herausfinden. Ich kann mir nicht die Wahrheiten von anderen Menschen wie einen Mantel umwerfen und damit loslaufen. Ich muss es selbst (er)leben.

Kris Carr war es, die mich vor drei Jahren auf den Weg gelotst hat, auf welchem ich heute unterwegs bin. Ich habe ihre Bücher gelesen und ich werde ihr für immer dankbar sein, für all die Samen die sie gestreut hat. Dennoch ist mir aufgefallen, dass ich für ihre Empfehlungen nie zu 100% geöffnet habe. Ja, ich habe grünen Smoothies und Säften eine Chance gegeben … and I fell in love. Und sie hat mich in der Entscheidung, neben Fleisch auch auf Milchprodukte zu verzichten, die ich Jahre zuvor aus ethischen Gründen getroffen habe, auch in gesundheitlicher Hinsicht bestärkt. Aber abgesehen davon, habe ich mich immer einer anderen Richtung zugehörig gefühlt: Die der Frutarier.

Logisch, schließlich liebe ich Obst. Aber es muss doch einen Grund dafür geben, warum ich dennoch da stehe, wo ich stehe. Warum ich noch immer aussehe, wie ich aussehe und mich fühle wie ich mich fühle. Warum mich 5-10 Bananen nicht befriedigen, obwohl wirklich nicht mehr reingeht, und warum die gleichen Bauchschmerzen, mit denen ich vor drei Jahren im Krankenhaus lag, immer wieder kommen. Warum ich ständig vom Weg abkomme.
Vielleicht bin ich undiszipliniert, auch wenn ich finde, dass man es sich mit der Begründung immer zu einfach macht. Vielleicht wehre ich mich aber auch zu krampfhaft gegen etwas, das für mich besser funktionieren könnte: Weniger Früchte, mehr Fette. Vielleicht auch nicht. Ich weiß es nicht. Ich kann es nur wissen, wenn ich es ausprobiere.

crazysexy

21 Tage schlägt Kris Carr für ihr Crazy Sexy Detox Programm vor. 21 Tage, den Körper mit frischem Grün durchzuspülen, Kaffee zum Abschied einen Handkuss zuzuwerfen und den Körper in jeglicher Hinsicht, innen, außen und spirituell wie ein Tempel zu behandeln. 21 Tage, um alte Gewohnheiten über Bord zu werfen und sich neue anzueignen.

Das sollte zu schaffen sein! Oder? Was danach kommt, ist egal. Was man für die Zukunft für sich übernimmt, das wird man dann ja sehen.

„Ja, 21 Tage!“, denke ich mir voller Motivation und Entschlossenheit.

Ich werfe den Stein, den ich mit mir herumgetragen habe, zurück ins Meer, erhasche einen letzten Blick auf das einlaufende weiße Schiff am Horizont und die bunten Drachen am Himmel, bevor ich hoch zu den Dünen durch das Gestrüpp laufe, im angrenzenden Wald kurz einen Baum knuddel und mich durchspült mit frischer und kindlicher Energie zurück auf den Weg nach Hause mache.

To be continued…

Advertisements

9 Gedanken zu “21 Tage – Let’s give it a try!

  1. Du solltest echt öfter ans Meer fahren 😉 Klingt nach einem sehr schönen Tag bei dir. Wünsche dir viel Erfolg beim Detoxen 🙂
    Ich werde Anfang des Jahres auch mal wieder nach Kris Carr detoxen. Viel lieber würde ich jedoch eine Zeitlang Saftfasten. Mich hat der Film „Fat, sick and nearly dead“ von Joe Cross total inspiriert. Ich habe seit dem Sommer 2010 einen blöden Ausschlag, der immer mal wieder mal stärker mal schwächer auftaucht und würde den gerne immer noch loswerden :/
    Was mich noch davon abhält sind die hohen Anschaffungskosten für einen guten Entsafter. Ja, eigentlich sollte das einem die Gesundheit wert sein, aber auf der anderen Seite sind es nun einmal hohe Kosten für mich als Praktikanten/Studentin :/
    Ende November ziehe ich um. Dann werde ich mir definitv einen guten Blender gönnen (bin noch am abwägen welchen), das hat bei mir erst einmal höhere Priorität…
    Welchen Entsafter nutzt du denn?
    Liebe Grüße
    Lena

    • Ja, das liebe Geld … 😦 Selbst wenn der Entsafter in der Anschaffung noch i.O. ist – das ganze Obst und Gemüse dann … oh je! Insbesondere, da Grünes ja, abgesehen von Gurken, wirklich überhaupt nicht ergiebig in der Saftausbeute ist.

      Ich habe mittlerweile diesen Entsafter, und bin auch recht zufrieden – auch wenn er ziemlich laut ist.

      Ich muss aber sagen, dass der, den ich vorher hatte, es genauso getan hat. Und den hatte ich seinerzeit für 1,00 EUR + Versand bei Ebay bekommen:

      Ebay hat da wirklich tolle Angebote. Ich weiß, viele mögen es nicht, Haushaltsgeräte gebraucht zu kaufen, aber ich hatte da damals keine „Berührungsängste“. Andere Menschen haben da ja auch nur Obst und Gemüse reingetan. Einmal heiß ausgewaschen und ab gings … 😉

      Das Meer, hach ja *seufz* Ich wohne höchstens einen Kilometer weg und könnte sogar zu Fuß runter gehen. Aber der Alltag frisst mich die meiste Zeit so sehr auf, dass ich es oft nicht weiter, als bis aufs Sofa schaffe. Und das ist echt so traurig! Da hat man quasi „Luxus“ direkt vor der Tür und weiß es eigentlich gar nicht zu schätzen…

      • Du wohnst nur einen Kilometer entfernt vom Meer? Wooow ❤ Irgendwie habe ich aus deiner Schilderung rausgelesen, dass du zwar relativ nah, aber nicht SO nah am Meer wohnst. Ich würde ja sagen, mach es doch zu einer Gewohnheit, regelmäßiger einen Spaziergang hin zu machen, aber ich kenne es selbst von mir, dass ich weiß, dass mir bestimmte Dinge total gut tun (würden), die auch relativ einfach in der Umsetzung wären, und ich sie dann aus mehr oder weniger unerklärlichen Gründen doch nicht regelmäßig mache.
        Was machst du denn beruflich?

        Danke für den Tipp mit dem Entsafter 🙂 Ich habe auch kein Problem damit, sowas gebracht zu kaufen. Ich werde mal schauen, was sich ergibt. Gerade überlege ich mir als Blender den Puro 1 anzuschaffen und dann vielleicht noch einen Entsafter für Weizengras von Spirali.

        • Nach zwei abgebrochenen Studiengängen arbeite ich nun als Sachbearbeiterin … und sitze den ganzen lieben langen Tag im Büro auf einem großen beqeumen Drehstuhl 😛 Jaaa, da kommt man rein körperlich so richtig in Schwung ^^

          Oh, der Mixer sieht ja cool aus. Und scheint auch ordentlich Power zu haben. Ich bin gespannt, ob du irgendwann in Zukunft mal berichten wirst 🙂

          Mit einem Weizengras-Entsafter habe ich auch schon mal geliebäugelt, denn auch unerklärlichen Gründen schafft mein Entsafter das nicht. Er zieht die Halme durch, die verheddern sich irgendwie und verkleben/verstopfen dann alles. Mit Feldsalat, Petersilie, Spinat usw. hat er überhaupt keine Probleme. Versteh das mal einer!
          Und Weizengras zu mixen und anschließend durch ein Tuch zu drücken, ist ne ziemliche Sauerei…

  2. Viel Glück damit! ich bin ja eher der gemäßigte Typ und glaube an Balance in jeder Hinsicht. Ich suche auch noch meinen Weg.
    Liebe Grüße, Jane

    • Hey Jane 🙂
      An Balance glaube ich auch … also zumindest theoretisch. ich habe für mich aber leider noch nicht herausgefunden, wie sie aussieht. Das definiert ja jeder etwas anders -. gerade in Sachen Ernährung. Welche Angaben sind wirklich „richtig“? Was ist der goldene Mittelweg?

  3. Liebe Nicci,

    wenn ich mich so durch deinen Blog lese, erkenne ich mich selbst oft wieder. Ständig ist man auf der Suche nach DER Ernährungsform, man probiert aus, man googelt, man hat gute Tage, an denen es funktioniert, darauf folgen schlechte Tage, an denen man wieder alles in Frage stellt. So geht es ständig hin und her. Gerade wenn der Körper immer wieder Reaktionen zeigt und man versucht, die Ursache dafür zu erkunden, diese aber nicht findet, weil man u. a. so viel Verschiedenes ausprobiert, weiß man am Ende häufig gar nichts mehr. 😉 Für mich selbst habe ich daher festgestellt, dass mir die Intuition etwas verloren gegangen ist. Man sucht die Antworten immer nur „draußen“, alle extern ausgerichteten Antennen stehen auf höchster Bereitschaft, aber man schaut nicht mehr nach innen, auf das eigene Bauchgefühl. Das versuche ich wieder zu lernen, vielleicht gibt dir dies einen klitzekleinen Anstoß, um deine Balance finden zu können. 😉 „Goldener Mittelweg“ hört sich schon mal gut an!

    Liebe Grüße, Sabrina

  4. Hallo!
    Ich bin „zufällig“ auf dein Forum gestoßen.
    Find ich echt toll. Dass mit dem finden, was für einen Richtig ist, kenne ich nur zu gut.
    Gewichtsprobleme auch, aber da ich weiß, dass sich dahinter eine andre Thematik versteckt, gehts mir etwas leichter. Hab vor einer Woche mit einer ganz lieben Fastenleiterin und 3 weiteren Personen das Projekt Heilfasten begonnen.
    Ich bin begeistert!!! Und ich wirklich keine disziplinierte Person in solchen Dingen.
    Ich bin von vegetarisch zu vegan gewechselt über zur Rohkost und landete danach im völligen Chaos.
    Welches mir zusätzliche Kilos auf den Hüften bescherte.
    Durchs Heilfasten kann ich endlich mein Essen schätzen, dass sich aus einem Morgenkaffee, Morgensmoothie , vieeeeel Tee, Mittags Suppe und am Nachmittag Salat zusammensetzt.
    Es reicht mir völlig.:-) Na das hätte mir jemand vor einer Woche sagen sollen….
    Nieeeeeemals.
    Aber ich hör auf meinen Körper und spür hin, wenn ich satt bin.
    Ich bin Mutter von 3 Kindern (19, 15 u.9) habe einen Partner einen Hund Haushalt usw.
    Gehe 30 Std die Woche arbeiten.
    Aber ich hab Energie wie noch nie…..
    Ich hoffe es hält an.
    Aber ich verbiete mir nichts mehr.
    Und genieße ❤
    Wünsch dir/euch einen wunderschönen Tag
    Herzliche Grüße
    Michaela

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s