Woche 2

Abgekackt. Kurz und bündig. Ich möchte mich nicht erklären, da jede Erklärung – viel Arbeit, Erkältung, emotionale Instabilität-  was auch immer, ein stückweit nur die Suche nach Ausflüchten ist. Es geht nicht um die Hindernisse, sondern darum, wie wir schaffen, sie zu überwinden. Sie nicht die Steine auf unserem Weg sein zu lassen.

Gut, es hat eben nicht alles so geklappt, wie ich es mir vorgenommen habe. Damit will ich die Sache auch abhaken. Ich weiß, dass der Schalter dabei ist, umgelegt zu werden und dass es sich jetzt lediglich um kleine Anlaufschwierigkeiten handelt. Natürlich ärgere ich mich darüber, aber dieses Mal werde ich deswegen nicht aufgeben. Und ich werde auch nicht aufhören, euch Woche für Woche wieder von meinem Scheitern zu erzählen, wenn es denn wirklich sein muss. Denn nichts würde dadurch besser werden, dass ich den Kopf in den Sand stecke und darauf warte, dass eines Tages von allein alles anders wird.

Leider scheint mich neuerdings wieder eine Art Hater zu begleiten. Komisch – da postet man monatelang nichts, aber die Menschen, auf deren Einwürfe man wirklich verzichten kann, lassen sich wohl nicht so leicht abschütteln. Eigentlich habe ich keine Lust, irgendwelcher negativen Energie zu viel Aufmerksamkeit zu schenken, und die Kommentare pikieren mich jetzt auch nicht sonderlich, aber da ist eine Sache, die mir auf dem Herzen liegt:

Wenn ich selbst nicht verstehe, woran ich scheitere, dann tut das auch niemand in den Weiten des Internets, der mich gar nicht kennt. Jedes Urteil, was man sich dann erlaubt, ist nur mehr eine Projektion eigener Schwächen/Probleme auf andere. Frage dich doch einfach mal ganz ehrlich, lieber „Hater“, warum ich dich mit meiner Fehlbarkeit nerve, obwohl du keinerlei Nachteil dadurch hast? Und warum du trotzdem immer wieder hierher zurückkommst, um weiterzulesen?

Ich weiß, wie einfach es sein kann, Erfolg zu haben. Dass manchmal einfach alles wie von allein funktioniert und man sich ernsthaft fragt, warum es einem je schwergefallen ist – oder warum es anderen Menschen schwerfällt. Aber es ist zu leicht, es mit Faulheit, Disziplinlosigkeit oder gar Blödheit zu begründen. Jeder von uns ist in seinem eigenen Körper gefangen und kann in ganz vielen Momenten einfach nicht bewusst steuern, wie er sich fühlt, welche alteingesessenen Muster abgerufen und einem quasi aufgedrängt werden oder welche Emotionen an die Oberfläche gelangen. Es gibt eben Momente, da reicht es nicht aus, sich mit Zwang etwas überzustreifen, was in dem Moment einfach nicht passt. Unser Körper, wir als Gesamtheit, sind schlauer, als unser Bewusstsein, welches sich nicht darum schert, was unsere Seele oder unser Geist braucht, und einfach seinen Willen mit sturen Mitteln durchsetzen will.

Ich kann dir nicht sagen, warum Dinge sind wie sie sind. Aber du darfst mir gern glauben, dass es kurze Momente gibt, in denen man in absoluter Sinnlosigkeit herumdümpelt – in Gleichgültigkeit und Leere. Momente, die man nicht spüren möchte, und von denen man glaubt, sie würden nun ewig dauern. Manchmal ist es eben leichter, den Kampf gegen diese Leere aufzugeben, ans rettende Ufer der comfort zone zu schwimmen, sich mit Musik und Genussmittel zu umnebeln und auf Morgen zu hoffen.

Herauszufinden, wie ich mich und meinen Körper zurück in eine gesunde Balance bringen kann, das ist leicht, wenn alles in meinem Leben gerade alles super läuft und ich auf rosa Wolken tanze. Sofern ich mich aber mit dem manchmal harten und kalten Alltag konfrontiert sehe und in erster Linie damit beschäftigt bin, mein Päckchen zu tragen, dauert es vielleicht etwas länger, den Weg zu mir selbst zu finden.

Egal wie lange, für mich ist es das trotzdem wert. Für mich ist diese Reise spannend. Und es ist mir wichtig, auch dann den Raum zu haben, meine Gefühle und Gedanken zu teilen, wenn ich nicht schaffe, was ich mir vorgenommen habe. Vielleicht habe ich so rückwirkend irgendwann einmal die Möglichkeit, Zusammenhänge besser zu verstehen und für die Zukunft aus ihnen zu lernen.

Auf in die Woche 3!  Mein Ziel: Zumindest von zwei kleinen Erfolgserlebnissen berichten zu können!

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3 Gedanken zu “Woche 2

  1. Hey!
    Ich kann dich gut verstehen, mir geht es auch so oft genauso und gerade hatte ich wieder eine totale Durchhängephase, wohl auch verstärkt dadurch, dass alle mit ihren „Neue-Jahrs-Vorsätzen“ frohlockend daherkommen. Dann habe ich diesen Spruch hier gefunden und denke mir „ja, das ist es“… also der Spruch geht so: Actually, I just woke up one day and decided that I didn’t want to feel like that anymore, ever again. So I changed. Just like that.
    Ich glaube, das ist es auch. Es ist kein Mega Monster Klick, der auf einmal kommt. Auf den man aber immer viel zu lange wartet. Sondern es sind die täglichen Entscheidungen, aus einer Motivation heraus, Gutes für sich selbst zu tun. Oder so.
    Auf jeden Fall ganz viel Erfolg, und nicht aufgeben! 🙂
    Liebe Grüße
    Steffi

  2. Nicci, du weißt doch egal wie oft du scheiterst oder hinfällst, es kommt darauf nur ein einziges Mal ausgestanden zu sein. Erinnere dich wie oft kleine Kinder beim Laufen lernen hinfallen und immer wieder aufstehen, bis sie sicher auf den Beinen sind. Das gilt für alles, was wir im Leben angehen. Liebe Grüße Petra

    P. S. Nicht wundern, ich habe eine neue Mailaddy.

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